Vom Leben der Natur

Vom Leben der Natur

Zeugen der Urzeit im Fluss. Viktor Filzwieser sammelt Kieselsteine aus der Ybbs, schleift und poliert sie und legt so versteinerte Tiere frei.
Teil 2: Unterschiedliche Bearbeitungsmethoden.
Gestaltung: Lothar Bodingbauer

Die Ybbs ist ein Fluss in Niederösterreich, der aus den Kalkalpen Wasser und Geröll in das Voralpenland transportiert. Das Wasser ist im Oberlauf glasklar und an den Rändern und Schotterinseln zeigt sich eine vorherrschende Farbe: grau. Es ist das Grau des Kalksteins.

Ein genauerer Blick zeigt jedoch eine verblüffende Vielfalt an Farben und Mustern in vielen Steinen, die durch die Bewegung des Wassers schon sehr rundgeschliffen sind. Besonders, wenn die Steine nass sind, wird diese Farbenpracht sichtbar.

Es sind aber nicht nur die Farben, die Sammler der Gegend faszinieren, sondern auch die Muster, die etwa von versteinerten ausgestorbenen Ammoniten, Kopffüßern, stammen, oder von versteinerten Seelilien. Seelilien sind Tiere und gehören zu den Stachelhäutern.

Da aber Ammoniten und Seelilien ausschließlich in Meeren vorgekommen sind, sind die Steine der Ybbs somit auch ein Blick in die Vergangenheit. Vor rund 200 Millionen Jahren befand sich hier die Tethys, ein Urmeer, das mit der Gebirgsbildung der Alpen verschwand.

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