Betrifft: Geschichte

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Rudolf IV. von Habsburg. "Erzschelm" und Urkundenfälscher. Mit Klaus Lohrmann, Institut f. Österr. Geschichtsforschung. Gestaltung: Gudrun Braunsperger

Seine Herrschaft dauerte ganze sieben Jahre: Er begründete 1365 in Wien die zweitälteste Universität Mitteleuropas, initiierte den Ausbau der Stephanskirche zur mächtigen Kathedrale und verschaffte Wien damit ein eigenes Domkapitel. Die Nachwelt bezeichnete Rudolf IV. von Habsburg dafür mit dem Beinamen "der Stifter".

Seine phantastischen Träume machten auch vor Betrug nicht halt: Mit der Urkunde des Privilegium maius erklärte er das habsburgische Herzogtum zum Erzherzogtum, das ein Gebilde seiner Phantasie war. In all seinen politischen Bestrebungen folgte Rudolf IV. von Habsburg seinem Ehrgeiz, es seinem Schwiegervater in Prag gleichzutun, dem römischen Kaiser Karl IV.

Als er mit 27 Jahren starb, hinterließ er eine Universität, die ohne theologische Fakultät als nicht vollwertig galt, und einen Kirchenumbau, der auf mehrere Jahrhunderte eingerüstet blieb. Aber auch beachtliche finanzpolitische Reformen waren ihm gelungen: darunter die erste demokratische Steuer, eine Getränkesteuer, die von jedermann geleistet werden musste. Und er hatte sich das heiß begehrte Erbe seiner Tante Margarethe Maultasch strategisch geschickt gesichert und die Grafschaft Tirol auf friedlichem Weg und dauerhaft an Österreich gebracht.

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