Klartext. Ein Beitrag zur Streitkultur

Partei, hör die Signale! Die SPÖ vor dem Parteitag, vor delikaten Beschlüssen und wichtigen Landtagswahlen: Julia Herr (SJ-Vorsitzende), Josef Kalina (PR-Berater, ehem. Bundesgeschäftsführer SPÖ) und Hannes Swoboda (Ex-Europaabgeordneter SPÖ) diskutieren bei Klaus Webhofer über die Zukunft ihrer Partei.

Nichts will Werner Faymann diesmal dem Zufall überlassen. Emsig ist er durch die Länder getourt, hat Pensionisten und Gewerkschaftern seine Aufwartung gemacht. Nach allem was man heute sagen kann, sollte sich das für Faymann persönlich auszahlen. Er wird bei der Vorsitzendenwahl die schwachen 83,4 Prozent Zustimmung vom letzten Parteitag übertreffen.

Aber möglicherweise beginnen die Probleme dann erst. Der Koalitionsmachtkampf um die Steuerreform mit den vielen Versprechen an die eigene Wählerschaft ist völlig offen. Seit Jahren werden - erfolglos - Millionärssteuern gefordert. Die Übernahme der Steuerideen von ÖGB und AK kann man ideenlos nennen - oder gnadenlos pragmatisch.

Die Länder wollen im Ernstfall von der Bundespartei nichts wissen, das werden die Landtagswahlen 2015 wieder zeigen, bei denen die SPÖ viel zu verlieren hat, und der "Djangoeffekt" beim Koalitionspartner findet in den Umfragen längst ihre Resonanz. Jeglicher Kanzlerbonus weg - beginnen harte Zeiten für die SPÖ und Werner Faymann?

Eine Macht ist die SPÖ nur mehr bei den Pensionisten, bei den Jungen hingegen ist die Kanzlerpartei ein Auslaufmodell. Manche vermissen die Ecken und Kanten, wie der frühere Finanzminister Ferdinand Lacina: "Eine Sozialdemokratie, die nur davon redet, dass sie geschlossen sein muss, wird bald geschlossen sein.“ (Kurier). Muss man in der SPÖ von Werner Faymann brav und angepasst sein, um Karriere zu machen?

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