Salzburger Nachtstudio

Schöne neue Mikrowelt? Über Wohl und Wehe der Nanotechnologie.
Gestaltung: Michael Reitz

"Nano" gilt als Zukunftstechnologie schlechthin. Ständig kommen neue Produkte auf den Markt, Meldungen über deren sagenhafte Eigenschaften, Stabilität und Nutzwert überschlagen sich. Jährlich stecken Regierungen und Industrie beträchtliche Summen in diese Forschung, die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) ist ein Beispiel in dieser Hinsicht. Keine Industrienation möchte in diesem Rennen auf der Strecke bleiben.

Die Anwendungen dieser Technologie führten zu revolutionären Veränderungen. Beschichtungen sind kratzfest, wasserabweisend oder hitzebeständig. Intelligente Medikamentenfähren transportieren die Wirkstoffe ohne Nebenwirkungen direkt zu Tumoren.

Doch es sind auch Zweifel angebracht, vor allem dort, wo Nanopartikel direkt mit dem Menschen in Berührung kommen, wie bei Textilien und Nahrungsmitteln. Kritiker/innen behaupten: Vorsicht sei angebracht, denn über Langzeitfolgen sei zu wenig bekannt. Deshalb dürfe Nano nicht unbedacht eingesetzt werden.

Service

Christian J. Meier: Nano. Wie winzige Technologie unser Leben verändert, Primus-Verlag 2014
Joachim Schummer: Nanotechnologie. Spiele mit Grenzen, Suhrkamp-Verlag 2009
Bundesministerium für Forschung und Bildung: Nanotechnologie in Deutschland, Bonn 2002
Politische Ökologie, Heft 101, Ökom-Verlag 2006
Heike E. Krüger-Brand: Viele Chancen, unbekannte Risiken, in: Deutsches Ärzteblatt, Jg. 104, Heft 9, 2007
Hans Jonas: Das Prinzip Verantwortung, Suhrkamp-Verlag

Sendereihe