Journal-Panorama

Europa-Journal

1. Wählt Katalonien die Unabhängigkeit von Spanien?
2. Wie kann es in Griechenland wirtschaftlich weitergehen?
3. Silicon Valley in Rumänien
4. Albaniens steiniger Weg in die EU

Moderation: Brigitte Fuchs


Wählt Katalonien die Unabhängigkeit von Spanien?

Kataloniens nationalistischer Regierungschef Artur Mas versucht mit vorgezogenen Regionalwahlen am kommenden Sonntag die spanische Verfassung aushebeln: Bei dem Urnengang treten die separatistischen Parteien mit einer gemeinsamen Liste an, deren einziger Programmpunkt die Unabhängigkeit von Spanien ist. Das Wahlergebnis wird Mas als Plebiszit behandeln: im Fall einer Mehrheit will er "innerhalb eines Jahres" die Unabhängigkeit von Spanien erklären. Ein Schritt, der von der Zentralregierung in Madrid klar abgelehnt wird. Wenige Tage vor dem Urnengang bekommen die Separatisten allerdings auch erheblichen Gegenwind aus der Wirtschaft. Ein Bericht von Josef Manola


Wie kann es in Griechenland wirtschaftlich weitergehen?

Welchen Spielraum hat die neue griechische Regierung nach den Wahlen? Und was müssen die europäischen Partnerländer, insbesondere Deutschland und Österreich tun, um künftigen Wohlstand der Griechen und Griechinnen zu sichern? Der IWF stellt die Sinnhaftigkeit der Forderungen an Griechenland, Schulden zurückzuzahlen, in Frage. Und die veranschlagten Privatisierungserträge für Inseln, Häfen und Bergwerke werden von mehreren Seiten bezweifelt. Gibt es Alternativen zu Verkäufen ausgerechnet der Assets des Landes? Welche Anstrengungen müssen EU-Institutionen und die griechische Regierung angesichts von noch bruchstückhafter Steuerfahndung in Griechenland in den kommenden Monaten unternehmen? Wie verhindert man, dass ein Teil der hohen Staatsverschuldung Griechenlands durch die Verschuldung privater Haushalte ersetzt wird? Der Ökonom des Deutschen Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung, Fabian Lindner und Ökonomin Lisa Mittendrein von Attac schätzen die Chancen zum Verbleib im Euro unterschiedlich ein. Ein Bericht von Maria Reininger


Silicon Valley in Rumänien

Wer an Rumänien denkt, assoziiert mit diesem Land oft Korruption und Misswirtschaft, veraltete Wirtschaftsstrukturen. Effiziente Hightech- und Computerwirtschaft fällt im Zusammenhang mit Rumänien kaum jemandem ein. Zu Unrecht: war das Land doch schon zu Ostblockzeiten dafür bekannt, westliche High-Technologie erfolgreich nachzubauen. Und so gehört die Computerwirtschaft auch heute zu den am besten laufenden Wirtschaftszweigen Rumäniens. In Cluj fand kürzlich der zweite rumänische Programmierer-Marathon statt, bei dem die Teilnehmer 24 Stunden Zeit hatten, eine Applikation - also eine App - zu entwickeln, die möglichst breite Anwendung finden könnte. Igal Avidan war dabei und hat herausgefunden, warum Cluj so etwas wie ein Silicon Valley geworden ist.


Albaniens steiniger Weg in die EU

Nach jahrzehntelanger Isolation unter einem bizarren kommunistischen Regime strebt Albanien seit den 1990er Jahren in Richtung Europa. Seit 2009 gehört das Land zur NATO, die EU erhob es 2014 in den Rang eines offiziellen Beitrittskandidaten. Gleichwohl ist Albanien ein fragiler Staat, der in den vergangenen Jahren schon mehrfach an der Schwelle zum Kollaps stand. Anfang der 1990er Jahre war das Land der Ursprungspunkt einer Flüchtlingswelle nach Italien. Die Bilder von rostigen, mit tausenden Menschen überfüllten Frachtschiffen im Mittelmeer gingen damals um die Welt. 1997 startete die EU die Militärmission "Operation Alba", um einen Zusammenbruch Albaniens nach schweren sozialen Unruhen zu verhindern. Wie in den Nachbarstaaten gibt es den Menschenrechtsorganisationen Amnesty International und Pro Asyl zufolge zudem große Probleme mit Korruption, organisiertem Verbrechen, Gewalt und der Diskriminierung von Minderheiten. Ein Bericht von Christoph Kersting

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