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Klezmore Festival Vienna: Buch "Mein Großvater hätte mich erschossen"
Ausstellung "Being Kurdish" in der Galerie Hinterland

Klezmore Festival Vienna: Buch "Mein Großvater hätte mich erschossen"

Jennifer Teege wurde als Kind zur Adoption freigegeben. Mit 38 Jahren findet sie in einer Hamburger Bibliothek rein zufällig die Biografie ihrer leiblichen Mutter und erfährt, dass sie die Enkelin eines früheren KZ-Kommandanten ist. In ihrem Buch "Mein Großvater hätte mich erschossen" beschreibt Jennifer Teege, wie sie mit diesem schweren Erbe umzugehen lernte. Die Entscheidung ihrer Mutter, die längste Zeit zu schweigen, empfindet Teege als folgenschweren Fehler, der sich durch ganze Generationen ziehen kann. In ihrem Fall wollte es der Zufall, dass sie erfuhr, wer sie wirklich ist: die Enkelin des Massenmörders Amon Göth. Göth hatte während des Nationalsozialismus im Konzentrationslager Plaszow bei Krakau auf sadistische Weise viele Menschen umgebracht. Er galt als ausgesprochen brutal. Die grausamen Taten des SS-Mannes Amon Göth, einem gebürtiger Wiener, haben in den 1990er Jahren durch Steven Spielbergs Film "Schindlers Liste" traurige Berühmtheit erlangt. Der Film erzählt die wahre Geschichte des Oskar Schindler, der versucht, während des Zweiten Weltkriegs möglichst viele Menschen aus den Fängen von Amon Göth zu retten. Auch Jennifer Teege hatte diesen Film als Jugendliche gesehen, nicht ahnend, dass sie mit diesem Mann verwandt ist. Im Rahmen des Klezmore Festivals Vienna liest Jennifer Teege morgen Abend im "Zentrum im Werd" aus ihrem Buch "Mein Großvater hätte mich erschossen".- Gestaltung: Hanna Ronzheimer


Ausstellung "Being Kurdish" in der Galerie Hinterland

Die Designerin und Galeristin Gudrun Wallenböck bereist regelmäßig die Länder des Nahen und Mittleren Ostens. Immer wieder ist sie dabei mit der Frage nach der kurdischen Identität konfrontiert. "Being Kurdish" heißt ihre aktuelle Ausstellung in den Räumlichkeiten der Galerie Hinterland sowie dem "Spektakel" in Wien Margareten. Kurdische und nichtkurdische Künstler beschäftigen sich hier mit der Frage, was das Kurdische ausmacht. Vertreten ist unter anderem die amerikanische Magnum-Fotografin Susan Meiselas oder der österreichische Künstler Niko Wahl. Der irakisch-kurdische Künstler Hiwa K zeigt in seiner Videoperformance "This Lemon tastes of Apple" sich selbst als Teilnehmer einer Demonstration in der irakischen Stadt Sulaymaniah. Er spielt auf einer Mundharmonika Ennio Morricones "Spiel mir das Lied vom Tod", während er sich in der emotional aufgeladenen Menschenmenge vorwärts bewegt. Am 18. November diskutiert der irakische Künstler Adalet R. Garmiany über Kunst und Kultur in Postkonfliktzonen in der Galerie Hinterland. Am 23. November lädt das "Spektakel" zur kurdischen Filmnacht. Ein Konzert mit der iranisch-kurdischen Band "Ensemble Hamnavazan" gibt es am 8. Dezember in der Sargfabrik.- Gestaltung: Hanna Ronzheimer






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