Radiokolleg - Das ABC der Finanzwelt

O wie Optionen, P wie Privatinsolvenz, Q wie Quantitative Easing und R wie Ratingagentur
(18). Gestaltung: Nikolaus Scholz und Ina Zwerger

Die Radiokollegreihe "Das ABC der Finanzwelt" will anhand ausgewählter Fachtermini Hintergründe, Fakten und Zusammenhänge erörtern. Denn zu verstehen, wie das aktuelle Finanz- und Wirtschaftssystem funktioniert, was es antreibt und woran es krankt, wird immer wichtiger, um aktuelle ökonomische und politische Geschehnisse zu durchschauen.

In dieser Staffel sind die Buchstaben O bis R an der Reihe und damit die Begriffe Optionen, Privatinsolvenz, Quantitative Easing und Ratingagenturen.

Das Grundprinzip einer Option: Einmal angenommen, sie interessieren sich für einen Oldtimer ihres Freundes, der diesen im nächsten Jahr verkaufen will. Sie bieten Ihrem Freund schon heute für den Wagen 8.000 €, und offerieren ihm als Sicherheit 500 €. Damit haben sie ein Option auf den Oldtimer erworben: Sie können das Auto im kommenden Jahr zu dem vorher fixierten Preis kaufen, auch wenn dieses mittlerweile im Wert gestiegen ist. In der heutigen Finanzwelt gibt es viele unterschiedliche Arten von Optionen - alle mit Vor- und Nachteilen behaftet.

Beim Buchstaben "P" geht es um private Insolvenz. Der/die Gerichtsvollzieher/in steht vor der Tür, der/die Arbeitgeber/in erfährt von der Lohnpfändung, die Miete kann nicht mehr bezahlt werden und der/die Vermieter/in droht mit Kündigung. Kann in diesem Fall eine Privatinsolvenz helfen?

Q wie Quantitative Easing oder auch monetäre Lockerung genannt, ist ein Begriff aus der Geldpolitik der Zentralbanken. Das eigentliche Ziel dieser Geldpolitik besteht darin, durch Erhöhung der Geldbasis eine Rezession und eine damit verbundene Deflation zu bekämpfen.

Beim Buchstaben R stehen eigentlich drei ganz andere Buchstaben im Vordergrund: AAA. Das berühmte tripple A ist die beste Auszeichnung für Staaten oder Unternehmen, vergeben von den sogenannten Ratingagenturen. Dieses nicht immer unumstrittene Urteil der Ratingagenturen bietet eine Orientierung für Investor/innen und kann es Schuldner/innen schwer oder leicht machen, sich Geld zu leihen. Doch wer gibt Ratingagenturen die Macht, mit ihrer Beurteilung Einfluss auf ganze Volkswirtschaften zu nehmen?

Alle bisher gesendeten Beiträge von A bis N sind abrufbar: http://oe1.orf.at/archiv_abcfinanzwelt

Service

John Lanchaster: "Die Sprache des Geldes. Und warum wir sie nicht verstehen (sollen)". Klett-Cotta Verlag, 2015

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