Dimensionen - die Welt der Wissenschaft

Dimensionen. Das Magazin.
1. Neue Chance - Energie aus Abwärme
2. Auf Achse - Fernpendler in der russischen Erdöl- und Erdgasindustrie
3. Zu viel des Guten - Medizinberichterstattung in Österreich

Redaktion und Moderation: Marlene Nowotny

1. Neue Chance - Energie aus Abwärme

Energie ist wertvoll - trotzdem verpufft mehr als die Hälfte davon in Form von Wärme. Aus Automotoren etwa oder aus Gebäuden. Das liegt meistens daran, dass es zu aufwändig ist, die Wärme zu nutzen. Das wollen Physiker und Ingenieure ändern und aus Abwärme Strom erzeugen. Schon seit fast 200 Jahren ist bekannt, dass bestimmte Materialien dafür geeignet sind, sogenannte Thermoelemente. Der deutsche Physiker Thomas Seebeck hat diesen Effekt entdeckt und im Jahr 1821 den Stromfluss in einem ersten Thermoelement nachgewiesen. Seitdem ist viel geforscht worden, doch bei der praktischen Umsetzung gibt es nach wie vor ein Problem: Der Seebeck-Effekt ist extrem klein, es entsteht also nur sehr wenig Strom aus Wärme. Doch jetzt gibt es neue Substanzen, von denen sich Forscher eine Verbesserung versprechen.
Gestaltung: Hellmuth Nordwig
Mit: Kornelius Nielsch, Werkstoffforscher, Leibniz-Institut Dresden
Nitin Saxena, Physiker, Technische Universität München


2. Auf Achse - Fernpendler in der russischen Erdöl- und Erdgasindustrie

Fernpendeln - in Österreich bezeichnet dieser Begriff Menschen, die eine mehr als 50 Kilometer lange Wegstrecke zu ihrem Arbeitsplatz zurücklegen. In Russland reisen viele Fernpendler mehrere tausend Kilometer zu ihrem Arbeitsplatz - den Abbau- und Förderstätten für Erdöl- und Erdgas im sibirischen Norden. Der Job gilt als psychisch anstrengend und familienfeindlich. Zugleich vergrößert sich das Heer der mobilen Arbeiter stetig - und ihre Wegstrecken werden immer länger. Was sagen die Fernpendler selbst über ihre Lebensweise? Die Wiener Sozialanthropologin Gertrude Saxinger ist mitgereist. In ihrem Buch "Unterwegs. Mobiles Leben in der Erdgas- und Erdölindustrie in Russlands Arktis" , erschienen im Böhlau Verlag, gibt sie einen Einblick in den Alltag jener Menschen, die zwei Leben führen- eines im Camp und eines Zuhause.
Gestaltung: Hanna Ronzheimer
Mit: Gertrude Saxinger, Sozialanthropologin, Yukon College


3. Zu viel des Guten - Medizinberichterstattung in Österreich

Die Suchmaschine Google hat sich in den vergangenen Jahren zum Spitzenreiter bei der Patientenberatung entwickelt - so das Ergebnis des Gesundheitsbarometers. Das ist eine Studie des Instituts für Strategieanalysen, geleitet vom Politologen Peter Filzmaier. Mehr als 70 Prozent der österreichischen Bevölkerung informieren sich via Medien über Gesundheitsthemen - die wichtigste Informationsquelle ist das Internet. Die Seriosität der Online-Berichterstattung zu Gesundheitsfragen wird immer wieder stark angezweifelt - doch eine neue Studie der Donau Universität Krems zeigt: Unabhängig davon, ob Online oder Print - in Österreich ist die Gesundheitsberichterstattung generell stark verzerrt.
Gestaltung: Tanja Malle
Mit: Bernd Kerschner, Molekularbiologe, Donauuniversität Krems


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