Radiodoktor - das Ö1 Gesundheitsmagazin

1. Nanotechnologie in Kosmetika - neue App spürt umstrittene Partikel auf
2. Sie kommen um zu bleiben - die Familie der Herpes-Viren Teil 1

1. Nanotechnologie in Kosmetika - neue App spürt umstrittene Partikel auf

Nanopartikel sind winzig klein. Ein Nanometer ist ein millionstel Millimeter. Um es vergleichbar zu machen: Kleine Viren sind etwa 15 Nanometer groß. Ein menschliches Haar hat einen Durchmesser von etwa 70.000 Nanometern. Die Diskussion über den Einsatz von Nanopartikeln in Konsumgütern erhält nun eine neue Facette. Denn diese superkleinen Teilchen sind nicht nur in Reinigungsprodukten oder Farben enthalten. Auch die Kosmetikindustrie setzt zunehmend auf diese relativ neue Technologie - die Vorzüge liegen auf der Hand: Texturen werden flüssiger und lassen sich besser auf die Haut auftragen. Klingt gut - das Problem dabei: Die Risiken für den Menschen sind noch nicht erforscht. Viele Fragen sind offen: Was passiert zum Beispiel wenn Nanopartikel die Hautbarriere aufgrund von Verletzungen überwinden können? Was tun diese 1 bis 100 Nanometer großen Teilchen dann, wenn sie in den Organismus gelangen?
Falls Sie auf der sicheren Seite sein wollen: Jüngst hat die deutsche Firma Codecheck einen "Nanopartikel-Aufspürer" auf den Markt gebracht.
Ein Beitrag von Carola Timmel.


2. Sie kommen um zu bleiben - die Familie der Herpes-Viren Teil 1

Haben Sie hin und wieder eine Fieberblase? Dann sind Sie Träger eines Virus namens Herpes Simplex Typ 1. So wie fast 90 Prozent der österreichischen Bevölkerung.
HSV 1 ist der Klassiker unter den Herpesviren, von denen es eine Vielzahl gibt - etwa um die 80. Die meisten davon infizieren Tiere, jedoch acht Formen bevorzugen den Menschen als Wirt. Windpocken, das Pfeiffer´sche Drüsenfieber, die Zytomegalie etc. - sie alle werden durch Herpes-Viren ausgelöst. Diese Erreger sind für Viren ziemlich groß und komplex aufgebaut und einmal in unseren Körper eingedrungen, machen sie es sich ein Leben lang in diesem gemütlich und entziehen sich geschickt dem Zugriff des Immunsystems. Unter bestimmten Umständen können sie wieder aktiv werden und verursachen unterschiedliche Krankheitssymptome. Wir wollen Ihnen diesen und kommenden Mittwoch diese Viren, die uns Menschen seit Millionen von Jahren bevölkern, vorstellen. In der heutigen Sendung treten vor den Vorhang: das Varizella-Zoster Virus - das ist der Erreger der Windpocken und der Gürtelrose, das HSV-2 Virus, verantwortlich für Herpes genitalis und last but not least Herpes Simplex Virus Typ 1.
Ein Beitrag von Nora Kirchschlager.

Service

Interviewpartnerinnen und weitere Infos zum Beitrag über die neue "Nano App":
Vanessa Dilg
Diplom. Lebensmitteltechnologin, Wissenschaftliche Leiterin bei Codecheck GmbH i.G.
Zimmerstraße 32
10969 Berlin
Tel.:+49 30 780 80 687
E-Mail: vanessa.dilg@codecheck.info
Homepage: www.codecheck.info

Univ.-Prof. DI Dr. med. Hans-Peter Hutter,
Institut für Umwelthygiene
Kinderspitalgasse 15
1090 Wien
Tel.: +43 (1) 40160-34930.
E-Mail: Hans-Peter.Hutter@meduniwien.ac.at
Homepage: www.meduniwien.ac.at/umwelthygiene

Infolinks:
Hier geht es zur kostenlosen APP
Department für Nanotechnologie
Institut für Technikfolgen Abschätzung
nanoNET
Nano Anwendungen in der Medizin
Nanomedizin gegen Krebs
Österreichisches Bundesumweltamt
Deutsches Bundesumweltamt
Infoportal
Sind Kosmetikartikel mit Nanoteilchen gefährlich?
Damit das Make-up nicht verläuft

Buch-Tipps:
Michio Kaku
Die Physik der Zukunft: Unser Leben in 100 Jahren Taschenbuch
Rowohlt Taschenbuch Verlag 2010
ISBN-13: 978-3499628153
Gerd Ganteför
Alles NANO oder was? Nanotechnologie für Neugierige
Wiley-VCH Verlag 2013
ISBN-13: 978-3527329618
Christian Meier
Nanotechnologie in der Medizin
Grin Verlag 2010
ISBN-13: 978-3656456056
Wolfgang M. Heckl

Interviewpartnerinnen und weitere Infos über Herpes-Viren:
Ao. Univ.-Prof. Dr. Elisabeth Puchhammer
Medizinische Universität Wien; Department für Virologie
Kinderspitalgasse 15
A-1090 Wien
Tel.: +43/1/40160/65500
E-Mail: elisabeth.puchhammer@meduniwien.ac.at
Homepage: http://www.virologie.meduniwien.ac.at/home/ueber-uns/lang_1-content.html

Univ.-Prof. Dr. Erwin Tschachler
Medizinische Universität Wien; Univ.-Klinik für Dermatologie
Forschungsabteilung für Biologie und Pathobiologie der Haut
Währinger Gürtel 18-20
A-1090 Wien
Tel.: +43/1/40400/7787
E-Mail: erwin.tschachler@meduniwien.ac.at
Homepage: http://www.skinbiology.at/index.php?id=26

Info-Links:
Herpes Viren
Herpes zerstört Hautkrebs
Die Gürtelrose

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