Ungarische Rebellen, 1956

ASSOCIATED PRESS

Betrifft: Geschichte

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Die versuchte Befreiung. Der Ungarnaufstand von 1956. Mit: Bela Rasky, Historiker.
Gestaltung: Rosemarie Burgstaller und Robert Weichinger

Ihren Ausgang nahmen die revolutionären Ereignisse in einer von Studierenden der Technischen Universität ausgehenden Großdemonstration in Budapest am 23. Oktober 1956. Gefordert wurden unter anderem Meinungs-, Presse- und Versammlungsfreiheit sowie freie Wahlen und die Unabhängigkeit von der UdSSR. Bereits tagsüber war es zu bewaffneten Auseinandersetzungen gekommen; in der Nacht trafen schließlich sowjetische Militäreinheiten in Budapest ein.

Der Aufstand gegen die stalinistische Diktatur und den Machteinfluss der Sowjetunion ergriff andere Städte in Ungarn und löste einen landesweiten Generalstreik aus. Ein Angriff von Sicherheitstruppen auf Demonstrierende vor dem Budapester Parlament forderte am 25. Oktober mehrere hundert Tote und Verletzte. Es folgten landesweit blutige Kämpfe. Auf politischer Ebene schien kein Stein auf dem anderen zu bleiben.

Nach Absetzung des Ersten Generalsekretärs des ZK, Ernö Gerö, und des Regierungschefs András Hegedüs, suchte der neue Ministerpräsident, Imre Nagy, die Auseinandersetzungen durch Einberufung von Verhandlungen zu beenden. Nagy, der am 30. Oktober die Umbildung der Regierung durch Beteiligung der Koalitionsparteien von 1945 bekannt gegeben hatte, kündigte am nächsten Tag Verhandlungsinitiativen zum Austritt Ungarns aus dem Warschauer Pakt an. Die folgenden Unterredungen zum Abzug der sowjetischen Truppen aus Ungarn zwischen der Regierung Nagy und sowjetischen Militärs verliefen ergebnislos. Im Gegenteil: Am 4. November 1956 setzte der Angriff sowjetischer Truppen auf Budapest ein. Die landesweiten Kämpfe der folgenden Wochen forderten tausende ungarische Todesopfer. Der nationale Aufstand Ungarns für Freiheit, Demokratie und Unabhängigkeit scheiterte. Die Koalitionsregierung Nagy wurde abgesetzt und durch sowjettreue Kommunisten ersetzt (Kádár-Kabinett). Etwa 200.000 Menschen waren auf der Flucht, mehr als 150.000 flüchteten nach Österreich.

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