Zerdrücktes Rad

ORF/JOSEPH SCHIMMER

Radiodoktor - Medizin und Gesundheit

Radiodoktor - Medizin und Gesundheit

Fette Jahre

Begriffe wie Epidemie oder Tsunami zeigen bereits, wie schwer sich alle mit Strategien gegen die rapid steigende Zahl übergewichtiger Kinder und Erwachsener tun.
Starkes Übergewicht verringert die Lebensqualität genauso wie die Lebenserwartung und ist Hauptursache für die sogenannten Zivilisationskrankheiten. Dazu gehören zum Beispiel Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes und Krebs.
Über 3,6 Millionen Erwachsene hierzulande weisen einen BMI über dem Normwert, also größer als 25 auf. Ca. 230.000 davon sind fettleibig. Tendenz ebenfalls stark steigend.
In Deutschland ist die Situation ähnlich. Aus diesem Anlass trafen sich vom 17. bis 19. November Mediziner mehrerer Fachrichtungen, Epidemiologen, Ernährungswissenschaftlerinnen, Biochemiker und Psychologinnen bei der Jahrestagung der Deutschen Adipositas Gesellschaft in Frankfurt am Main.
Übergewicht entsteht durch zu hohe Kalorienzufuhr - bei zu wenig Bewegung. Die Rechnung ist einfach: Nehmen wir mehr Energie in Form von Nahrung und Getränken zu uns, als wir im Laufe des Tages verbrauchen, speichert sie der Körper in Form von Fett. Schuld an den hohen Fettleibigkeitsraten sind hauptsächlich der Bewegungsmangel durch sitzende Berufe und die ständige Verfügbarkeit von Nahrung in unserer Gesellschaft.
In allen industrialisierten Ländern stehen die Gesundheitssysteme vor ähnlichen Problemen. In manchen ist auch die Politik schon aktiv geworden. Höhere Steuer auf Softdrinks im gefährlich-fettleibigen Mexiko, Verbote von Super-Size Größen in Fast Food Restaurants in New York. Ein Experiment in den USA zeigte außerdem, dass wenn gesunde Lebensmittel, Obst und Gemüse einkommensschwachen Menschen zu verbilligten Preisen angeboten werden, deren Gesundheitszustand innerhalb kurzer Zeit verbessert wird.
In Österreich konnten ähnliche Reformen - auch nicht die in Großbritannien bereits eingeführte "Lebensmittelampel" - bisher nicht durchgesetzt werden.
Inzwischen gibt es immer neuere und sichere Methoden mittels chirurgischen Eingriffs die Nahrungsaufnahme zu drosseln. Dabei kann der Magen verkleinert werden oder die Nährstoffaufnahme mittels Bypass verringert werden.
Unser Sendungsgast, der Chirurg Univ.-Prof. Dr. Gerhard Prager, war bei der Jahrestagung der deutschen Adipositas Gesellschaft Vortragender und wird über die neuesten Erkenntnisse im Bereich der Magen-Chirurgie berichten.
Prim. Univ.-Prof. Dr. Bernhard Ludvik, der Past-Präsident der österreichischen Adipositas-Gesellschaft, wird die internistischen Folgen von Übergewicht beleuchten und Christine Ruhs erzählt von ihrem Leben vor und nach dem chirurgischen Eingriff.

Dieses Mal spricht Univ.-Prof. Dr. Markus Hengstschläger mit seinen Gästen über mögliche Auswege aus der Übergewichtsfalle.

Eine Sendung von Dr.in Jana Meixner.
Redaktion: Dr. Christoph Leprich

Service

Christine Ruhs, Betroffene

Univ.-Doz. Dr. Gerhard Prager
Vorstandsmitglied der Österr. Gesellschaft für Adipositaschirurgie
Leiter der Univ.-Klinik für Adipositaschirurgie
Währinger Gürtel 18-20
A-1090 Wien
Tel.: +43/1/4040056210
E-Mail
Univ.-Klinik für Adipositaschirurgie

Prim. Ao. Univ.-Prof. Dr. Bernhard Ludvik
Primarius an der 1. Medizinischen Abteilung mit Endokrinologie, Diabetologie, Nephrologie, Krankenanstalt Rudolfstiftung, Wien
Juchgasse 25
A-1030 Wien
Tel.: +43/1/71165/2107
E-Mail
Bernhard Ludvik

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