Zimtstangen und Sternanis

AP/CTK/J. M. GUYON

Betrifft: Geschichte

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Gewürze und Düfte. Traditionelle europäische Heilkunst im Advent.
Mit Karl Steinmetz, Theologe und Historiker des Mittelalters, spezialisiert auf Spiritualitätsforschung und Medizingeschichte.
Gestaltung: Isabelle Engels

Sie erleben die angeblich stillste Zeit im Jahr als hektisch und laut oder leiden an Müdigkeit und depressiven Verstimmungen? In den Handschriften und Inkunabeln des Mittelalters und der Renaissance findet sich traditionelles Gesundheitswissen, das gerade in der Adventszeit viel dazu beitragen kann, Leib und Seele Gutes zu tun. Das fängt natürlich beim Essen und Trinken an. Mit der Vorweihnachtszeit untrennbar verbunden sind Geruch und Geschmack des Zimts. Schon in der Heiligen Schrift finden sich Spuren dieses Gewürzes. Und wenn man im Kochbuch des Vatikans aus dem 16. Jahrhundert blättert, entdeckt man, welch kulinarische Köstlichkeiten sich mit Zimt zubereiten lassen.

Aus den balneotherapeutischen Schriften erfährt man, dass die spirituelle Sauna für die Katholiken des Mittelalters zum Advent dazugehörte. In der Badstube wurden Körper und Seele gereinigt. Das "Seel-Bad" begann mit einer Fußwaschung, in der Hitzekammer wurde das Immunsystem angekurbelt, und der kalte Guss am Schluss wirkte wie Weihnachten für den Kreislauf. Und um den Kopf von allen Gedanken zu entleeren, bedeckt man sie am besten mit einer "Wolke des Nichtwissens" - so heißt eine Anleitung zur Kontemplation, die im England des 14. Jahrhunderts von einem Mystiker verfasst wurde und heute wiederentdeckt wird.

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