Johnny Cash

AP/JOHNNY CASH COLLECTION/DAN POUSH

Radiokolleg

Radiokolleg - Die Kulturikone Johnny Cash

Ganz unten und ganz oben (2).
Gestaltung: Robert Weichinger

1932 wuchs Johnny Cash auf einer kleinen Baumwollfarm in Arkansas auf. 1980, 48-jährig, war er der jüngste lebende Künstler, der die höchste Auszeichnung der Country-Musik erfuhr: die Aufnahme in die Country Music Hall of Fame. The Man in Black, wie er schon bald genannt wurde, mit seinem unverwechselbaren Bariton, einer Stimme, die ihresgleichen sucht, führte ein in jeder Beziehung grenzgängerisches Leben: Medikamentenmissbrauch, Drogenkonsum und karrierebedingte Zwänge führten bei Cash zu Tiefpunkten und Krisen, die er jedoch dank seiner musikalischen Integrität immer wieder überwinden konnte. Er steckte buchstäblich wie in einem seiner großen Hits in einem "Ring of Fire". Und am Ende seiner Laufbahn wurde Johnny Cash die Genugtuung zuteil, eine Apotheose zu erleben, die sich nicht allein auf seiner Legende begründete. Seine Songs waren wie Bekenntnisse.

Der Singer-Songwriter Johnny Cash überwand oder ignorierte musikalische Genres, seine musikalischen Kollaborationen mit Kollegen aus allen möglichen Bereichen sind legendär. Das machte ihn zu einem einflussreichen Musiker, der den verschiedensten Stilrichtungen, von der Outlaw- bis zur Folk-Bewegung, dem Rock 'n' Roll bis zur Popkultur, wichtige Impulse gab. Cash zeigte in seinen besten Arbeiten, dass der Spagat zwischen Kommerzialität und Intellektualität, zwischen Pathos und Authentizität möglich war. Und dieser Spagat gelang ihm, weil er mit düsterem Mut um sein Künstlertum kämpfte, weil sich in seiner Stimme eine Wahrhaftigkeit aussprach, die niemanden unberührt lässt.

Service

Robert Hilburn: Johnny Cash. Die Biografie, Berlin Verlag 2016
Franz Dobler: The Beast in Me, Kunstmann 2002

Diskografie:
Johnny Cash: The Complete Sun Recordings, 1955-1958, 3-CD-Box
Johnny Cash: Ride This Train, 1960
Johnny Cash: Blood, Sweat and Tears, 1963
Johnny Cash: Bitter Tears. Ballads of the American Indian, 1964
Johnny Cahs: Johnny Cash at Folsom Prison, 1968
Johnny Cash: The Holy Land, 1969
Johnny Cash: Johnny Cash at San Quentin, 1969
Alle Alben von American Recordings: Sie leiteten die Renaissance von Cash ein.
Herausstechend American IV: "The Man Comes Around", das u.a. "Hurt" enthält

DVD:
I Walk The Line, 2005. Filmbiografie mit Joaquin Phoenix als Johnny Cash und Reese Witherspoon als June Carter

Sendereihe

Gestaltung