Jogger in Santa Monica

AP/CHRIS PIZZELLO

Radiokolleg

Radiokolleg - Kampf den Kilos

Was die Wissenschaft übers Abspecken weiß (1). Gestaltung: Madeleine Amberger

Die fettleibigen Kandidat/innen der ursprünglich in den USA erfundenen Reality TV-Serie "The Biggest Loser" wollen nur eines: über 12 Wochen so viele Kilos loswerden wie nur irgend möglich. Egal, wie brutal das Fitnessprogramm, wie kümmerlich die kalorienarme Portion auf dem Teller auch sein mag.

Doch wie lange hält sich die neue schlanke Figur, wenn die Kameras nicht mehr laufen? Forscher der National Institutes of Health (NIH) in den USA untersuchten 14 ehemalige Teilnehmer/innen, die durchschnittlich spektakuläre 58 Kilogramm abgenommen hatten. Das traurige Fazit: Sechs Jahre später hatten alle bis auf einen Kandidaten 70 Prozent des verlorenen Gewichts wieder zugenommen.
Der vermutliche Grund: Ihr Stoffwechsel verbrauchte täglich um rund 500 Kalorien weniger als jener ihrer gleich schweren Altersgenossen.

Solche - und ähnliche, aber weniger spektakuläre - Studien führen unweigerlich zur Diskussion, ob es überhaupt möglich ist, dauerhaft abzunehmen. Diese Frage wird umso dringlicher, als die Menschheit laut den neuesten Daten der Weltgesundheitsorganisation WHO immer rundlicher wird.
In den vergangenen 40 Jahren legten die Menschen pro Jahrzehnt 1,5 Kilogramm zu. Derzeit gelten weltweit 641 Millionen Menschen als fettleibig.

Bei den Bürger/innen ist die Verunsicherung groß, denn die Gesundheits- und Schönheitsseiten sind voller guter Tipps, die einander widersprechen. Für jede Studie, die beispielsweise die Bedeutung des Frühstücks für die Gewichtskontrolle unterstreicht, gibt es eine mit gegenteiligen Resultaten. Wer sich durch den Dschungel der Diäten durchkämpfen will - von Southbeach bis Atkins und Steinzeitdiät - ist auf sich selbst gestellt.

Forscher/innen entschlüsseln nun allmählich die vielschichtigen biologischen Vorgänge hinter Hungern, Appetit und Sättigung. Gewicht zulegen und abnehmen unterliegt, wie so vieles, der Hirnchemie. Das sogenannte Hungerhormon Ghrelin dürfte nach neuesten Erkenntnissen nicht nur unseren Appetit anregen, sondern auch an der Fetteinlagerung beteiligt sein. Und Körperfett ist nicht gleich Körperfett. Weißes Fett lagert sich aufgrund von zu viel Energiezufuhr ab. Doch der menschliche Körper enthält auch braune Fettzellen, die den Abspeckprozess beschleunigen.

Sendereihe

Gestaltung

  • Madeleine Amberger