Demonstrationen vor dem österreichischen Parlament 1918

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Demokratie und Revolution

Österreichs langer Weg zur Republik. Mit Wolfgang Häusler, emeritierter Professor für Österreichische Geschichte.
Gestaltung: Hanna Ronzheimer

"Österreich ist eine demokratische Republik. Ihr Recht geht vom Volke aus". So lautet Artikel 1 der österreichischen Bundesverfassung von 1920. Demokratie als Verwirklichung von Freiheit, Gleichheit, Solidarität und Gerechtigkeit in Staat und Gesellschaft ist bekanntlich keine Selbstverständlichkeit. Sie ist das Ergebnis eines langwierigen, widersprüchlichen und nicht zuletzt auch zukünftig offenen Prozesses.
Insbesondere drei "revolutionäre" Jahreszahlen können als Meilensteine bei der Entwicklung der Demokratie in Österreich betrachtet werden. Die Französische Revolution von 1789 traf in Österreich auf den Reformabsolutismus in seiner Krise. Die bürgerlich-demokratische Revolution 1848 stieß auf das in seiner Entwicklung gehemmte Vielvölkerreich und die sozialen Probleme des Industriekapitalismus.

Die österreichische Sozialdemokratie griff später Programmatik und Symbolsprache dieser bürgerlichen Revolutionen wieder auf - im Kampf um das allgemeine Wahlrecht und eine gerechte Sozialordnung sah sich die Arbeiterbewegung als Hüter des Erbes und Testamentsvollstrecker von 1789 und 1848. Auf dem Logo der sozialdemokratischen Zeitschrift "Glühlichter" (1889-1915) prangte etwa die französische "Marianne", die Freiheit, Vernunft und Republik verkörpernde Frauengestalt mit der Jakobinermütze und der Fackel der Aufklärung.
Die Gründung der Ersten Republik, von Otto Bauer als die "Österreichische Revolution" benannt, feiert im November nächsten Jahres ihren 100. Geburtstag.

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