Sonnenaufgang in Mexiko

AFP/ ULISES RUIZ

Carlos Castaneda - Erfolg und Erbe eines Esoterikers

Die Lehren des Carlos Castaneda
Von Gabriele Anderl

Im gesellschaftlichen Umbruchjahr 1968 erscheint auf Englisch ein Buch, das in der späteren deutschen Übersetzung den Titel "Die Lehren des Don Juan" tragen wird. Der Autor ist ein in Peru geborener und in den USA lebender Anthropologiestudent namens Carlos Castaneda. In autobiografischem Stil beschreibt er seine Begegnungen mit einem mexikanischen Indianer, der ihn auf die "Pfade des Wissens" geführt habe.

Die Mixtur aus ethnologischem Jargon und übersinnlicher Wahrnehmungslehre samt Drogenerfahrungsbericht trifft einen Nerv der Zeit. Das Buch und seine Folgebände erreichen weltweit Millionenauflagen. Castaneda stillt den spirituellen Hunger westlicher Leser/innen, darunter nicht nur Hippies und Anhänger der New-Age-Bewegung.

Ein Kultautor ist geboren, dessen Ruhm kaum schmälert, als später bekannt wird, dass er den Indianer "Don Juan" nur erfunden und seine Feldforschungen in Mexiko auf Recherchen in einer Universitätsbibliothek beschränkt hat. - Heute ist es um Carlos Castaneda ziemlich ruhig geworden. Während sein Erbe nur mehr in Esoterikzirkeln hochgehalten wird, möchte die Ethnologie am liebsten ganz schweigen: Zu unseriös erscheint ihr heute Castanedas Auseinandersetzung mit indigenen Kulturen.

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