Irenäus Eibl-Eibesfeldt

APA/ROBERT JÄGER

In memoriam Irenäus Eibl-Eibesfeldt, der Verhaltensforscher und Humanethologe im Porträt

Es gibt den gerechten Zorn. In memoriam Irenäus Eibl-Eibesfeldt. Der Verhaltensforscher und Humanethologe im Porträt. Feature von Stefan Weber

Kurz vor seinem 90. Geburtstag ist Irenäus Eibl-Eibesfeldt am 2. Juni 2018 gestorben. Aus diesem Anlass wiederholen wir eine Sendung aus dem Jahr 2013.

Schon während seiner "glücklichen und idyllischen Kindheit in Kierling" bei Wien steht für Eibl-Eibesfeldt fest, dass er Forscher werden will. Nach dem Studium der Zoologie und Botanik unternimmt er zusammen mit dem Tauchpionier Hans Hass zahlreiche Expeditionen auf die Galàpagos-Inseln und wird mit seiner vergleichenden Verhaltensforschung einer breiten Öffentlichkeit bekannt. In den 1970er Jahren beginnt Eibl-Eibesfeldt, seine aus der Tierwelt gewonnenen Verhaltensmuster auf den Menschen zu übertragen.

Während zahlreicher Forschungsaufenthalte in Afrika, Südamerika und Ostasien untersucht er Mimik, Gestik und Sozialverhalten verschiedener Volksgruppen.
1984 begründet der Konrad-Lorenz-Schüler mit seinem Buch "Die Biologie des menschlichen Verhaltens" die Humanethologie als eigenständige wissenschaftliche Disziplin - und spaltet die Öffentlichkeit.

Seine Studien zur Aggression im menschlichen Verhalten und die These, dass die "Fremdenfurcht" dem Menschen angeboren sei, finden zahlreiche Kritiker. Die Warnungen des Wissenschafters vor dem unkontrollierten Vermischen von Kulturen werden teils von rechten Gruppierungen missbraucht und finden, wie Eibl-Eibesfeldt selbst sagt, "oft Beifall von der falschen Seite".

Im Feature kommt der streitbare und vielfach ausgezeichnete Forscher ebenso zu Wort wie Zeitgenossen, Freunde und Kontrahenten.
"Ich bin Pazifist", erklärt Eibl-Eibesfeldt. "Meine Eltern wollten, dass ich dem Frieden diene, und vielleicht tue ich das auch in einer etwas kämpferischen Art und Weise. Irenäus kommt vom griechischen Eirene und meint Frieden".

Produktion: Stefan Weber
Redaktion: Eva Roither

Service

Buchtipps:
- Irenäus Eibl-Eibesfeldt: 'Grundriss der vergleichenden Verhaltensforschung' Piper Verlag, München 1967

- Irenäus Eibl-Eibesfeldt: 'Liebe und Hass'. Zur Naturgeschichte elementarer Verhaltensweisen, Piper Verlag, München 1970

- Irenäus Eibl-Eibesfeldt: 'Die Biologie des menschlichen Verhaltens'. Grundriß der Humanethologie, Piper Verlag, München 1984

- Irenäus Eibl-Eibesfeldt: 'Der Mensch, das riskierte Wesen. Zur Naturgeschichte menschlicher Unvernunft'. Piper Verlag, München 1988

- Irenäus Eibl-Eibesfeldt: 'Und grün des Lebens goldner Baum'. Erfahrungen eines Verhaltensforschers, Verlag Kiepenheuer und Witsch, Köln 1992

- Irenäus Eibl-Eibesfeldt: 'Weltsprache Kunst'. Zur Natur- und Kunstgeschichte bildlicher Kommunikation.
Zusammen mit Christa Sütterlin, Christian Brandstätter Verlag, Wien 2007

Sendereihe