Suche nach dem verschwundenen Glück

"Flugschnee". Von Birgit Müller-Wieland. Es liest Karola Niederhuber. Gestaltung: Daniela Wagner.

Was macht das Glück einer Familie aus? Wenn es gemeinsame Erinnerungen sind, die Zusammenhalt und Zeugenschaft für das Leben der jeweils anderen Familienmitglieder ermöglichen, so fehlt für Lucy etwas Wichtiges. Denn ihr Bruder Simon ist verschwunden, und hinterlässt Lücken auch in Lucys eigener Geschichte. Das Nachdenken führt Lucy zu einem frühen Wintertag, an dem etwas geschah, das den Kindern verschwiegen wurde. Von Deutschland über Österreich, Italien und Osteuropa wird in diesem Buch ein Erinnerungsnetz gespannt, das die Figuren mit ihren Lebensgeschichten knüpfen. Es ist ein Ringen um Wahrheiten, die in der Vergangenheit liegen, und die die Gegenwart mitbestimmen.

Birgit Müller-Wieland wurde 1962 in Oberösterreich geboren. Sie studierte Germanistik und Psychologie in Salzburg und promovierte über "Die Ästhetik des Widerstands" von Peter Weiss. Birgit Müller-Wieland schreibt Gedichte, Prosa, Essays und Libretti. Für ihre Bücher erhielt sie zahlreiche Förderungen, unter anderem den Rauriser Förderungspreis, das Adalbert-Stifter-Stipendium sowie das Stipendium des Berliner Senats. Sie wurde, neben anderen, mit dem Reinhard-Priessnitz-Preis, dem Harder Literaturpreis und dem Tübinger Würth-Preis ausgezeichnet. Birgit Müller-Wieland lebt nach elf Jahren in Berlin nun in München, wo sie auch als Projektleiterin des "Lyrik Kabinetts" an Schulen unterrichtet. Der Roman "Flugschnee" war 2017 für den Deutschen Buchpreis nominiert.

Service

Birgit Müller-Wieland, "Flugschnee". Otto Müller Verlag, 2017

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