Statue von Fernando Pessoa

AP/ARMANDO FRANCA

Der große Dichter der portugiesischen Moderne

"Der Poet verstellt sich" - Die vielen Gesichter des Fernando Pessoa. Mit Cornelius Obonya und Petra Morzé. Gestaltung: Nadja Kayali

"Was kann ein genialer Mensch bei dem Mangel an Literatur anderes tun, als sich selbst ganz in Literatur zu verwandeln?" Fernando Pessoa (1888-1935), der große Dichter der portugiesischen Moderne, der im Brotberuf Handelskorrespondenzen übersetzt hat, erfand sich selbst in den von ihm erschaffenen Heteronymen (eigenständige Dichter mit Personalstil) immer wieder neu. Seine vervielfachte dichterische Seele ist in so unterschiedlichen "Personen" lebendig geworden wie dem Modernisten Álvaro de Campos, dem Epikureer Ricardo Reis und dem Bukoliker Alberto Caeiro.

Fernando Pessoas Werk ist der Inbegriff des Fragmentarischen. Veröffentlicht wurde zu seinen Lebzeiten fast nichts. Er legte seine dichterischen Erzeugnisse in eine Truhe, die sich erst nach seinem Tod als wahrer Schatz offenbaren sollte. Und so ist Pessoa (das Wort bedeutet auf Portugiesisch "Person") hinter seinen vielen Gesichtern beinahe ganz verschwunden. Was bleibt, ist sein fragmentarisches Werk, dem er sein gesamtes Leben - und die Liebe - untergeordnet hat.

Service

Pessoa, Fernando: Algebra der Geheimnisse. Ein Lesebuch. Herausgegeben und aus dem Portugiesischen übersetzt von Georg Rudolf Lind und Frank Henseleit-Lucke. Ammann Verlag 1986

Pessoa, Fernando: Álvaro de Campos. Poesias. Dichtungen. Portugiesisch und Deutsch. Aus dem Portugiesischen übersetzt und mit einem Nachwort versehen von Georg Rudolf Lind. Fischer Taschenbuch Verlag 1991

Pessoa, Fernando: Briefe an die Braut. Aus dem Portugiesischen übersetzt von Georg Rudolf und Josefina Lind. Ammann Verlag 1995

Pessoa, Fernando: Esoterische Gedichte/Mensagem/Englische Gedichte. Portugiesisch, Englisch und Deutsch. Aus dem Portugiesischen und Englischen übersetzt und mit einem Nachwort versehen von Georg Rudolf Lind. Fischer Taschenbuch Verlag 1994

Pessoa, Fernando: 144 Vierzeiler. Übersetzt von Georg Rudolf und Josefina Lind. Ammann Verlag 1995

Sendereihe

Gestaltung

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Ein Meister des Perspektivenwechsels

SO | 04 November 2018