Kraftwerkzwentendorf aktuell

ORF/URSULA HUMMEL-BERGER

Wissenschaft, Zivilgesellschaft, Volksentscheid

"40 Jahre Zwentendorf" und was daraus zu lernen wäre.
Gäste: Univ.-Prof. Dr. Marina Fischer-Kowalski, Soziologin, ehemals Lehrstuhlinhaberin für Soziale Ökologie an der Alpen-Adria Universität Klagenfurt und Gründerin des Instituts für Soziale Ökologie in Wien und Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Kromp, Physiker, Risikoforscher, bis 2012 Leiter des Instituts für Sicherheits- und Risikowissenschaften und seit 2015 wissenschaftliche Tätigkeit am Zentrum für Globalen Wandel und Nachhaltigkeit der Universität für Bodenkultur. Moderation: Andreas Obrecht. Anrufe kostenlos aus ganz Österreich unter 0800 22 69 79

Am 5. November 1978 lehnten 50,47% der abstimmenden Österreicherinnen und Österreicher die Inbetriebnahme des Kernkraftwerkes Zwentendorf ab. Eine dünne Mehrheit von 30.000 Stimmen besiegelte das Nein, das in der Folge zum Atomsperrgesetz führte. Bruno Kreisky, der seinen Verbleib in der Politik ursprünglich von einem Ja-Votum abhängig gemacht hatte, erzielte bei den im Mai 1979 stattfindenden Wahlen sein bestes Ergebnis und spätestens sieben Jahr später, nach der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl war allen klar, dass Österreich für immer AKW-frei bleiben würde.

In mehreren Sendungen beleuchtet ORF-Ö1 die historischen Ereignisse rund um Zwentendorf. Der zivilgesellschaftliche, wissenschaftliche und politische Diskurs über das einzige AKW der Welt, das fertig gebaut, aber niemals in Betrieb genommen wurde, markiert nicht nur das Erstarken der Umweltbewegung in Österreich, sondern auch ein neues Verständnis der zivilgesellschaftlichen und auch wissenschaftlichen Intervention in politische Entscheidungsprozesse.

Was ist davon heute geblieben? Was kann die Gegenwart, in der die ökologischen Grenzen noch sichtbarer geworden sind, von den Entscheidungsprozessen damals lernen? Schmückt sich das Atomstrom importierende Österreich zu Unrecht mit seinem Verzicht auf AKWs? In welcher Weise kann evidenzbasierte Wissenschaft überhaupt politische Entscheidungen beeinflussen? Ist deren Einfluss im Zeitalter des "Postfaktischen" sogar geringer geworden?
Der Physiker und Risikoforscher Wolfgang Kromp hat schon vor der Volksabstimmung in zahlreichen Publikationen und Stellungnahmen auf die technischen und technologischen Gefahren des AKWs Zwentendorf hingewiesen und die Soziologin Marina Fischer-Kowalski hat sich als engagierte Aktivistin an der Bürgerbewegung gegen die Inbetriebnahme beteiligt, bevor sie dem damals neuen Forschungsgebiet der Sozialen Ökologie als Lehrstuhlinhaberin internationale Anerkennung verschaffte.

Marina Fischer-Kowalski und Wolfgang Kromp sind zu Gast bei Andreas Obrecht und wie immer freut sich die Punkt Eins Redaktion über rege Beteiligung: punkteins@orf.at oder 0800 22 69 79 während der Sendung.

Sendereihe

Übersicht

Playlist

Urheber/Urheberin: Philip Glass
Album: Philip Glass: The Complete Piano Etudes
Titel: Etüde 12
Ausführender/Ausführende: Maki Namekawa, Klavier
Länge: 05:59 min
Label: Orange Mountain Music OMM0098

Urheber/Urheberin: Philip Glass
Album: Philip Glass: The Complete Piano Etudes
Titel: Etüde 6
Ausführender/Ausführende: Maki Namekawa, Klavier
Länge: 05:12 min
Label: Orange Mountain Music OMM0098

Urheber/Urheberin: Philip Glass
Album: Philip Glass: The Complete Piano Etudes
Titel: Etüde 9 (Schluss)
Ausführender/Ausführende: Maki Namekawa, Klavier
Länge: 03:58 min
Label: Orange Mountain Music OMM0098

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