Plagen mit dem Land

"Schwedenreiter". Von Hanna Sukare (Roman, Ausschnitt). Es liest Nicholas Ofczarek. Gestaltung: Gudrun Hamböck

Paul Schwedenreiter, ein in Wien lebender Brückenmeister, kehrt mit einigem Unbehagen in seine Heimatgemeinde Stumpf im Innergebirge zurück. Der Grund: die Gemeinde hat eine Ortschronik herausgebracht, in der ihre Wehrmachtsdeserteure als "gefährliche Landplage" bezeichnet werden und ein ehemaliger SS-Mann, zum Retter des Dorfes gekürt wird. Einer der Deserteure war Paul Schwedenreiters Großvater Felician Mitterseiler.

Dieser überlebte zwar die Jagd des SS-Bataillons auf die Fahnenflüchtigen in einem Versteck, traute sich aber auch nach dem Krieg kaum mehr unter Menschen. Seine Mutter Rosa fand aus dem KZ zurückkommend das Haus geplündert vor und die Missachtung des Dorfes prägte und prägt auch noch das Leben von Sohn Kaspar und Enkel Paul. Schwedenreiter geht der Dorfchronik auf den Grund ...

Zu hören ist ein Ausschnitt, in dem Cornel Pertil, ein erfolgreicher Unternehmer im Ort, Schwedenreiter zur Mäßigung rät.

Hanna Sukare, geboren 1957 in Freiburg im Breisgau, lebt seit ihrer Jugend vorwiegend in Wien. Sie studierte Germanistik, Rechtswissenschaften und Ethnologie und arbeitete als Journalistin und Wissenschaftslektorin, seit 2001 ist sie freie Autorin. 2016 erhielt sie für ihren ersten Roman "Staubzunge" den Rauriser Literaturpreis.

Service

Hanna Sukare, Schwedenreiter. Roman. Otto Müller Verlag, 2018

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