Texte mit Zukunft

Ausstellung Ein verborgenes Netzwerk, Zu Gast bei Alois Vogel

Von den 1950er Jahren sagt man, es sei eine bleierne Zeit für junge Autoren in Wien gewesen. Im Literaturbetrieb hätten starre Strukturen geherrscht, in denen für neue, avantgardistische Ideen kein Platz gewesen sei. Doch da gab es einen jungen Autor, sein Name war Alois Vogel. Dessen Hausabende waren damals legendär - doch bis vor kurzem völlig vergessen, berichtet die Literaturwissenschaftlerin Evelyne Polt-Heinzl. "Dienstagabende" hießen die Treffen bei Alois Vogel. Evelye Polt - Heinzl vermutet, dass Vogel damit die Tradition der "Dienstagnachmittage" fortführen wollte, die der berühmte französische Dichter Stefan Mallarmé einst in seiner Pariser Wohnung abhielt. Bei Alois Vogel in Wien versammeln sich in den 1950er Jahren junge Literaten wie Elfriede Gerstl, Friederike Mayröcker oder Ernst Jandl. Manche traten dort zum ersten Mal überhaupt vor einem Publikum in Erscheinung. Alois Vogel wurde 1922 in Wien Favoriten geboren. Er ist Mitbegründer der Literaturzeitschrift "Podium", schrieb Lyrik und Prosa. Wegen seiner politischen Einstellung nannte man ihn auch den "roten Vogel". Vogel starb 2005. Doch erst vor kurzem fand man die aufwendig gestalteten Einladungskärtchen. Sie erzählen von über 100 literarischen, künstlerischen oder musikalischen Hausabenden. Ohne den zufälligen Fund hätte man von diesem selbstorganisierten Netzwerk nichts erfahren, meint Evelyne Polt-Heinzl. Sie sieht darin einen avantgardistischen Befreiungsschlag einer Generation, die noch im Nationalsozialismus aufgewachsen war. "Ein verborgenes Netzwerk. Zu Gast bei Alois Vogel von 1953-1966" ist der Titel der Ausstellung, die heute Abend im Literaturhaus in Wien eröffnet wird. Zu sehen gibt es erstmals die Kärtchen, Flyer und Zettel, die Alois Vogel damals in Handarbeit gefertigt und vervielfältigt hat.- Gestaltung: Hanna Ronzheimer


Zukunft - eine Biografie

"Das ist das, was auf uns zukommt." - Das Konzept der Zukunft ist einfach und doch kompliziert. Soeben erschien das Buch "Zukunft - Eine Biografie" im Brandstätter Verlag. Darin blickt der deutsche Historiker Jan-Martin Ogiermann in die Vergangenheit und auf verschiedenste Zukunftsbilder, die sich die Menschheit einst ausmalte. Das häufige Irren in den Vorhersagen und Prognosen scheint dem Vorausblicken oftmals eingeschrieben zu sein. -
Gestaltung: Jakob Fessler

Service

Ausstellung "Ein verborgenes Netzwerk, Zu Gast bei Alois Vogel". Eröffnung am 29.1.19
Jan-Martin Ogiermann: Zukunft - Eine Biografie. Vom antiken Orakel zur künstlichen Intelligenz.
Brandstätter Verlag
Brandstätter Verlag
Das Buch wird am 12.2.2019 in Wien präsentiert.
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