75. Jahrestag der Volksabstimmung vom 10. Oktober 1920

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100 Jahre "Kärntner Grenzkonflikt"

Teil 2 - Die Folgen für die Slowenen.
Von Tanja Malle.

Am 10. Oktober 1920, rund 2 Jahre nach der österreichischen Republiksgründung, stimmt die Bevölkerung im gemischtsprachigen Südkärnten darüber ab, ob das Gebiet künftig zu Österreich oder zum neuen Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen gehören soll. Die Entscheidung fällt für Österreich. Für das Ergebnis sind die Stimmen der Kärntner Slowenen ausschlaggebend. Dennoch werden sie ab 1920 zur Zielscheibe einer entschiedenen Germanisierungspolitik. Die Volksgruppe schrumpft beträchtlich. Nicht zuletzt aufgrund strenger Regelungen, was den muttersprachlichen Unterricht betrifft, und auch deshalb, weil in Kärnten nach 1920 die Ansiedelung von nur deutschsprachigen Personen im eigentlich zweisprachigen Südkärnten unterstützt wird.

Ein Beispiel dafür ist der Maler Werner Berg. Er lässt sich dort 1931 auf einem Bauernhof nieder, sucht aber die Näher zu der slowenischsprachigen Bevölkerung und widersetzt sich damit der Germanisierungspolitik. Diese treiben nicht zuletzt die Verbände ehemalige Kärntner Abwehrkämpfer voran. Denn das offizielle Österreich hat sich im Friedensvertrag von St. Germain dazu verpflichtet, Minderheitenschutzbestimmungen zu verabschieden.

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