Discovering Hands +++ HNO-Erkrankungen bei Kindern

1. Discovering Hands - Brustkrebsfrüherkennung durch blinde Frauen
2. HNO-Erkrankungen bei Kindern - Nicht immer sind sie harmlos

1.
Brustkrebs ist in Österreich die häufigste Krebsart bei Frauen. Jährlich erkranken rund 5000 daran, rund 1500 sterben an der Krankheit. Je früher ein Tumor erkannt wird, desto höher sind die Heilungschancen. Regelmäßige Abtastungen durch Gynäkologinnen und Gynäkologen sowie idealerweise durch die Frauen selbst sind daher von großer Bedeutung. Ab dem 40. Lebensjahr bietet das österreichische Brustkrebsfrüherkennungsprogramm zusätzlich alle zwei Jahre eine kostenlose Mammographie an. Das Problem: Viele Frauen erkranken schon in jüngeren Jahren an Brustkrebs und für die Tastuntersuchung haben Gynäkologinnen meist nur einige wenige Minuten Zeit. Um die Früherkennung von Brustkrebs zu verbessern, hat der deutsche Gynäkologe Dr. Frank Hoffmann 2008 "discovering hands" in Leben gerufen. Im Rahmen dieser Initiative werden blinde und stark sehbehinderte Frauen - die wissenschaftlich nachgewiesen einen weitaus ausgeprägteren Tastsinn haben, als normal sehende Personen - zu so genannten Medizinisch-Taktilen Untersucherinnen (MTU) ausgebildet. Im Anschluss können sie auf Wunsch von Ärztinnen und Patientinnen zusätzlich zum klassischen Vorsorgeprogramm zum Einsatz kommen. In Deutschland bieten bereits rund 60 Kliniken und Praxen die Tastuntersuchung an. 26 Krankenkassen übernehmen die Kosten. In Österreich läuft derzeit eine Studie, die die Wirksamkeit der Methode überprüfen soll. Ziel ist es, das Berufsbild der Medizinisch-Taktilen Untersucherin auch hierzulande zu etablieren. Die Zahlen aus Deutschland sprechen bereits für sich. Dort wurden seit Einführung der Methode ca. 60.000 Tastuntersuchungen durchgeführt, bei denen rund 150 Karzinome im Frühstadium entdeckt wurden. 80 davon wären nach Angaben von discovering hands Deutschland ohne den Einsatz einer Medizinisch-Taktilen Untersucherin vom Arzt nicht entdeckt worden.
Ein Beitrag von Nora Kirchschlager.

2.
Seit dem vergangenen Wochenende ist klar: der Frühling wird nicht mehr lange auf sich warten lassen. Temperaturen um die 15 Grad, strahlend blauer Himmel und ganz viel Sonne. Trotzdem scheint noch immer jeder Zweite zu husten oder zu niesen.
Kinder sind von Erkrankungen im HNO-Bereich noch häufiger betroffen als Erwachsene. Die Bandbreite reicht von Dauerschnupfen über Husten und Allergien bis hin zu vergrößerten Polypen. Besonders über wiederkehrende Mittelohrentzündungen ihrer Kleinen klagen Eltern regelmäßig. Bis zum dritten Geburtstag haben rund 90 Prozent der Kinder mindestens eine solche Infektion hinter sich. Die Schmerzen lassen sich relativ gut in den Griff bekommen. Doch Entzündungen des Ohrs, andere HNO-Erkrankungen (wie eine behinderte Nasenatmung aufgrund von Polypen) und angeborene anatomische Besonderheiten (etwa ein zu kurzes Lippenbändchen) können Spätfolgen haben, die die gesamte Entwicklung des Kindes negativ beeinflussen. Bleibt etwa die Flüssigkeitsansammlung im Mittelohr auch nach dem Infekt bestehen, kann es in Folge zu einer Sprachstörung kommen.
Ein Beitrag von Andreas Maurer.

Redaktion: Nora Kirchschlager

Service

1. Discovering Hands:

Interviewpartner/innen:

Emine Cam, Medizinisch-Taktile Untersucherin

Dr. Marisa Mühlböck, Geschäftsführerin von discovering hands in Österreich

Univ.-Doz. Dr. Michael Medl, Gynäkologe, Studienleiter, Privatklinik Döbling

Weitere Anlaufstellen und Info-Links:

Discovering Hands Österreich
Discovering Hands Deutschland
Studienteilnahme
Österr. Brustkrebsfrüherkennungsprogramm


2. HNO-Erkrankungen bei Kindern:

Interviewpartner:

Univ.-Prof. Dr. Andreas Temmel
Facharzt für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie
Barmherziges Schwestern Krankenhaus Wien
Stumpergasse 13
1060 Wien
Homepage

Weitere Infos:

Mittelohrentzündungen bei Kindern
Nasennnebenhöhlenentzündung
Rachenmandeln (Adenoide)

Sendereihe