Diese Restwasserstrecke der Enns könnte nach Ansicht des Naturschutzbunds ökologisch aufgewertet werden.

ORF/SONJA BETTEL

Rette unser Wasser!

Umweltorganisationen fürchten Schwächung der EU-Wasserrahmenrichtlinie
Gestaltung: Sonja Bettel

In den 1980er Jahren waren die europäischen Gewässer in einem sehr schlechten Zustand, deshalb wurde die Wasserrahmenrichtlinie der EU ausgearbeitet, die im Dezember 2000 in Kraft getreten ist. Sie verpflichtet die Mitgliedsstaaten, den chemischen und ökologischen Zustand ihrer Gewässer bis zum Jahr 2027 zu verbessern und verbietet Maßnahmen, die zu ihrer Verschlechterung führen. Die Richtlinie wird derzeit von der EU Kommission einem "Fitnesscheck" unterzogen, der überprüfen soll, ob die Ziele damit erreichbar sind. 120 europäische Umwelt- und Naturschutzorganisationen fürchten nun, dass die Überprüfung zu einer Schwächung der Richtlinie führen könnte. Industrie, Landwirtschaft und einige Mitgliedsstaaten würden darauf drängen, mehr Ausnahmegenehmigungen für belastende Projekte zu erreichen oder die Frist über das Jahr 2027 hinaus auszudehnen. Erst 40 Prozent der Gewässer in Europa und in Österreich sind aktuell in einem guten Zustand, deshalb seien größere Anstrengungen und finanzielle Unterstützung nötig, statt das Gesetz zu schwächen, fordern die NGOs. Mit ihrer Kampagne "Rette unser Wasser!" rufen sie deshalb die Bürgerinnen und Bürger in Europa auf, sich an der öffentlichen Konsultation der Europäischen Kommission für die Wasserrahmenrichtlinie zu beteiligen.

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