Bundeskanzler Sebastian Kurz und US-Präsident Donald Trump

APA/BUNDESKANZLERAMT/DRAGAN TATIC

Wenn der Millennial-Kanzler eine Reise tut

Sebastian Kurz hat als erster Kanzler seit dreizehn Jahren den Präsidenten der USA besucht, und dieses Ereignis war den österreichischen Medien alle Aufregung wert. Rund 20 Journalisten sind bei dem Kurz-Besuch in Washington dabei gewesen, die Berichterstattung über den "Millennial-Kanzler" (© Rainer Nowak, Chefredakteur "Die Presse") war zum Teil überschäumend. #doublecheck hat mit Teilnehmern gesprochen und schaut hinter die Kulissen dieser speziellen Journalisten-Reise, die für den Österreich-Korrespondenten des Düsseldorfer Handelsblatts ein "Highlight der medialen Machtdurchdringung" war - das klingt freundlich, ist aber beinharte Kritik an der österreichischen Mediensituation.

Medienförderung via Flug und Hotel

Der Umgang der Politik mit den Kosten, die durch begleitende Medienvertreter entstehen, wirft ein Licht auf den bedauerlichen Zustand der österreichischen Medienförderung. Wenn manche Ressorts wie auch das Bundeskanzleramt einen Teil der Kosten für die Redaktionen übernehmen, dann gilt das als eine Art indirekter Medienförderung - weil sich, wie argumentiert wird, sonst viele Medien diese Reisen nicht leisten könnten. Der Rechnungshof hat für solche Reisekosten-Zuschüsse schon 2017 mehr Transparenz und klare Kriterien gefordert, passiert ist da bisher nichts.


Die ARD und der Schuss ins Knie

Die Debatte über die Öffentlich-Rechtlichen erreicht in Deutschland gerade wieder einen Höhepunkt. Dort haben die Zeitungsverlage seit Jahren vor allem die ARD im Visier, die hat sich mit einer Studie der Linguistin und Framing-Expertin Elisabeth Wehling gewappnet, die geheim bleiben sollte - es aber nicht geblieben ist. "Medienkapitalistische Heuschrecken" für private Medienkonzerne ist nur ein Kampfbegriff, der in dem 90-seitigen Manual der ARD vorgeschlagen wird. Die zahlreichen Kritiker der ARD - auch im eigenen Haus - sprechen von Manipulation, die als Munition gedachte Studie wird zum Schuss ins Knie und tut der Debatte über die öffentlich-rechtlichen Sender nichts Gutes.


Noch lange nicht alles Copy-right

Wie können traditionelle Medien gegen die Internetgiganten bestehen und verhindern, dass diese mit fremdem Content Geld verdienen? Nach zwei Jahren Tauziehen liegt ein gemeinsamer Vorschlag von EU-Parlament, Rat und EU-Kommission für ein europäisches Urheberrecht vor. Das Ziel der Reform ist klar: Onlineplattformen wie YouTube sollen Kunst- und Medienschaffende fair vergüten, wenn ihre Inhalte im Netz verwendet werden. Die Befürworter sagen: Endlich gibt es Gerechtigkeit. Die Kritiker sehen den Tod des freien Internets gekommen. #doublecheck ist auf die Suche nach Argumenten hinter der ungebrochenen Aufregung gegangen.

Moderation und Gestaltung: Rosanna Atzara, Nadja Hahn und Stefan Kappacher

Sendereihe

Gestaltung