Container im Hafen von Hongkong

AFP/ANTHONY WALLACE

Das BIP oder die Vermessung des Wohlstands

Zur Kritik einer Kennzahl.
Von Juliane Nagiller

Das Bruttoinlandsprodukt ist die wichtigste Kennzahl in Volkswirtschaften. Eine statistische Größe mit großer politischer Wirkung. Ein positives BIP-Wachstum ist erklärtes Ziel jeder Regierung. Dabei gibt es eigentlich nur an, wie viele Waren und Dienstleistungen ein Land in einem Jahr produziert hat. Doch das BIP steht für viel mehr: Macht, Wohlstand und Fortschritt.

Steigt es, wird gejubelt, weil die Wirtschaft wächst - und das ist gut so. Doch sagt Wachstum auch etwas darüber aus, wie es den Menschen in einer Volkswirtschaft wirklich geht? Ob die Löhne steigen, die Bildungschancen sich verbessern oder die Luftqualität in einem Land zunimmt? Nein, sagen immer mehr Forscherinnen und Forscher, die den Kult um das BIP kritisieren. Sie fordern alternative Kennzahlen und Indikatoren, die Wohlstand statt Wachstum anzeigen.

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