Schlafparalyse und Morbus Parkinson-Früherkennung

Wenn der Nachtalb auf dem Brustkorb sitzt - das Phänomen der Schlafparalyse

i-Prognosis - APP zur Früherkennung von Morbus Parkinson

1.
Sie liegen wach im Bett, können sich aber nicht bewegen. Sie fürchten zu ersticken, der Druck auf der Brust nimmt zu, eine dunkle Gestalt nähert sich Ihnen - kurz ein Albtraum, der wahr wird.
Die medizinische Bezeichnung lautet Schlafparalyse.
Der Mechanismus dahinter: Während des Schlafes ist unsere Skelettmuskulatur gelähmt - ein Schutzmechanismus. Denn sonst bestünde die Gefahr, dass wir geträumte Bewegungen tatsächlich durchführen. Also zum Beispiel einen Kopfsprung aus dem Bett in den vermeintlich vor uns liegenden Swimmingpool.
Wenn man aufwacht, verschwindet diese Lähmung normaler Weise sofort. Doch manchmal ist das Gehirn ein paar Sekunden schneller als der Körper und die Betroffenen erleben den Lähmungszustand bewusst mit.
In den allermeisten Fällen sind Schlafparalysen völlig harmlos und dauern nur einige Momente lang an. Der Schreck sitzt jenen, die so ein Erlebnis hatten, aber deutlich länger in den Knochen.
Daphne Hruby hat mit dem Neurologen und Leiter des Bereichs Schlafmedizin am LKH Graz Priv.-Doz. Dr. Michael Saletu darüber gesprochen, wie man sich vor Schlafparalysen schützen kann.


2.
Laut Schätzungen der WHO leiden weltweit über 6 Millionen Menschen an Morbus Parkinson. In Österreich sind etwa 20.000 Menschen davon betroffen, Männer etwas häufiger als Frauen. Der Erkrankungsgipfel liegt in der zweiten Lebenshälfte. 10 Prozent der Erkrankten sind aber unter 45, wenn die Diagnose gestellt wird. In den vergangenen zehn Jahren wurde ein Zuwachs von über 20 Prozent registriert. Vorwiegend in der Altersgruppe 70+.
Morbus Parkinson ist zwar unheilbar, das Fortschreiten der Krankheit lässt sich mit Medikamenten aber relativ gut hinauszögern. Das Problem liegt in der Früherkennung. Die Symptome können in den frühen Stadien so unauffällig sein, dass sie unbemerkt bleiben und die Krankheit über Jahre nicht diagnostiziert wird. Um die Parkinson-Früherkennung zu fördern, gehen Patienten, Mediziner und Informatiker seit 2016 gemeinsam neue Wege: Im Kontext des EU Projektes "Horizon 2020" hat das Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme (IAIS) gemeinsam mit elf Partnerinstitutionen aus sechs europäischen Ländern neue technologische Ansätze entwickelt. Darunter i-PROGNOSIS, eine App, bei der Gesunde und Patienten das Forschungsvorhaben unterstützen.
Andreas Maurer hat den österreichischen Ambassador des Programms, Prim. Dr. Dieter Volc, zum Gespräch getroffen.

Veranstaltungstipp:
Unter dem Titel "Magen, Leber, Darm & Co" findet am 5. April im Wiener Rathaus zwischen 10.00 bis 18.00 Uhr ein interaktiver Publikumstag rund um das Thema Verdauung statt - Eintritt frei!
Sodbrennen, Gastritis, Reizdarm. Darmentzündungen und Nahrungsmittelunverträglichkeiten sind überaus häufig. Viele Betroffene haben auf der Suche nach der richtigen Diagnose schon etliche Stationen im Gesundheitsmarathon hinter sich gebracht.
Im Festsaal des Rathauses können Sie mit hochrangigen Experten ein persönliches Gespräch führen und sinnvolle Behandlungsstrategien erörtern.
Ein weiteres wichtiges Thema ist der Einfluss der den Darm bewohnenden Mikroorganismen auf den gesamten Organismus.
Und der bekannte Neurologe und TCM-Mediziner Prof. Dr. Alexander Meng informiert Sie über die Rolle des Darms in der Traditionellen Chinesischen Medizin.
Weitere Informationen sind unter www.verdauungstag.at zu finden.

Service

Interviewpartner Schlafparalyse:
Priv.-Doz. Dr. Michael Saletu
Neurologe und Leiter des Bereichs Schlafmedizin am LKH Graz II Standort Süd
Wagner Jauregg Platz 1, 8053 Graz
Tel.: 0676/3506874
E-Mail
Homepage

Weiterführende Links:
https://flexikon.doccheck.com/de/Wachanfall

Interviewpartner Früherkennung Morbus Parkinson:
Prim. Dr. Dieter Volc
Facharzt für Neurologie und Psychiatrie
Ordinationszentrum an der Privatklinik Confraternität
Skodagasse 32
1080 Wien
omepage
https://www.privatklinik-confraternitaet.at/de/medizinische-leistungen/arzt/dieter-volc.html

Weiterführende Links:

I-Prognosis

I-Prognosis Erklär Video (Youtube)

Fraunhofer Institut

Am 11. April ist der Welt-Parkinson Tag. (Der Apotheker 2019)

Studie: Parkinson wird häufiger (Ärzteblatt 2016)

Parkinson Selbsthilfe Österreich

Mini-Computer hilft beim Patienten-Arzt-Austausch (Medica Magazin 2019)

Die Medizin der Zukunft - Wie uns KI vor Krebs und Herzinfarkt schützt (Handelsblatt 2019)

Wie kündigt sich Morbus Parkinson an? (Gesundheit.de 2018)

Literatur:

Johannes Jörg: Digitalisierung in der Medizin. Wie Gesundheits-Apps, Telemedizin, künstliche Intelligenz und Robotik das Gesundheitswesen revolutionieren (Springerf 2018)

Erwin Böttinger, Jasper zu Putlitz: Die Zukunft der Medizin. Disruptive Innovationen revolutionieren Medizin und Gesundheit. (MWV Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft 2019)

David Matusiewicz, Christian Pittelkau, Arno Elmer: Die Digitale Transformation im Gesundheitswesen: Transformation, Innovation, Disruption (MWV Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft 2017)

Jens Spahn, Markus Müschenich, Jörg F. Debatin: App vom Arzt: Bessere Gesundheit durch digitale Medizin (Verlag Herder 2016)

Volker P. Andelfinger, Till Hänisch: eHealth: Wie Smartphones, Apps und Wearables die Gesundheitsversorgung verändern werden (Springer Gabler 2016)

Sendereihe