Lukas Resetarits

KATRIN WERZINGER

Der Kabarettist kann eigene Meinungen entfalten

"Wurscht": Das 27. Solo von Lukas Resetarits. Gestaltung: Silvia Lahner

Lässig an einen Stehtisch gelehnt, präsentiert Lukas Resetarits sein 27. Solo.
Wohl dosiert streut er ironische Hinweise auf das fortschreitende Alter ein und lässt in das eher karge Bühnenbild auch eine Sitzgelegenheit integrieren. Damit er sich niedersetzen kann, bevor er zu Boden stürzt, erklärt der Kabarettist amüsiert. Eine Inszenierung im Zeichen der Satire, denn Resetarits geht in seinem neuen Programm überaus kraftvoll und mit viel Ironie ans Werk.
"Wurscht" - so nennt Lukas Resetarits seine kabarettistische Bestandsaufnahme unserer Zeit und der Verfasstheit ihrer Gesellschaft. Klingt komplex, was ein Programm auch sein muss, in dem es um die "Wurscht" geht.
Und den Zeichen der Zeit gehorchend möchte der Kabarettist diesmal auch rechtlich abgesichert sein. Das geht so: bleibt das Publikum im Saal, stimmt es den allgemeinen Geschäftsbedingen des Künstlers zu. Aber Vorsicht: "Der Kabarettist kann eigene Meinungen enthalten!"
Im neuen Solo holt Lukas Resetarits schillernde Figuren, wie der Blunzn Bertl, vor den Vorhang. Aber auch der Großvater des Kabarettisten spielt eine wesentliche Rolle, brachte er doch von seinen Fahrten in die Steiermark immer diese wunderbare Wurst mit, die zu einer geschmacklichen Abhängigkeit führte: Lukas Resetarits wurde "Burenwurst-süchtig"
Mit Ausflügen in die Vergangenheit und Reminiszenzen an seinen Geburtsort Stinatz ist Lukas Resetarits im neuen Programm sehr zurückhaltend umgegangen. "Wurscht" und alle Assoziationen, die mit diesem Begriff verbunden werden, beziehen sich mehrheitlich auf die politische und soziale Gegenwart.
Souverän spielt Lukas Resetarits mit den Anekdoten, den Fakten, den Reminiszenzen und der satirischen Überhöhung. Er sinniert über den Wert des Menschen im Zeitalter von Pflegerobotern, Amazon und selbstfahrenden Autos. Und er stellt die Frage, worin Satire und Realität sich heute noch zweifelsfrei unterscheiden.
"Wurscht", das 27. Programm von Lukas Resetarits, ist grundlegend analytisch und von hoher satirischer Kraft. Aus unterschiedlichen Versatzstücken hat es der Kabarettist verstanden, in bester Erzähltradition eine kritisch-humorvolle Reflexion zusammenzustellen. Weil eben nicht alles "wurscht" ist.

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