Bartholomaios I.

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Kirchenspaltung in der Orthodoxie?

"Die Einheit bröckelt". Aktuelle Fragen zur Orthodoxie und ihren ungelösten Problemen. - Gestaltung: Kerstin Tretina

Der Konflikt in der Ukraine ist längst auch einer der dort ansässigen orthodoxen Kirchen. Seit Monaten, wenn nicht sogar Jahren, herrscht ein erbitterter Streit zwischen der russisch-orthodoxen Kirche und dem oft als Oberhaupt der Weltorthodoxie bezeichneten, ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I.

Im Dezember 2018 haben die Spannungen ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht. Bei einer Synode in Kiew wurde eine von Moskau unabhängige orthodoxe Kirche für die gesamte Ukraine, eine ukrainische Nationalkirche, gegründet. Patriarch Bartholomaios I. von Konstantinopel, unterschrieb im türkischen Istanbul einen Erlass zur Eigenständigkeit der neuen Kirche. Die Schriftrolle überreichte er am 6.1.2019 am Ende eines Gottesdienstes an Kirchenvertreter aus der Ukraine. Damit gilt Medienberichten zufolge die Spaltung der orthodoxen Kirche als vollzogen. Die Kirche in Moskau ("Moskauer Patriarchat") tobt, und die Folgen dieser Spaltung sind immer noch nicht abzusehen. Das Oberhaupt der neuen ukrainisch-orthodoxen Kirche, Epifanij Dumenko, wurde indes vom ukrainischen Staatspräsidenten Petro Poroschenko persönlich vorgestellt.

Nicht nur in diesem Fall sind die Verknüpfungen der orthodoxen Kirche mit der Politik offensichtlich. Oft wird den verschiedenen Nationalkirchen vorgeworfen, untrennbar mit den Herrschenden verbunden zu sein. Zu Recht oder zu Unrecht? Wie ist die orthodoxe Kirche verfasst? Was sind die Grundbedingungen dafür, dass es zu solch religiös-politischen Eskalationen kommen kann? Welche Rolle spielen Geschichte, Ethnie und Nationalität für ihr Selbstverständnis? "Logos" geht diesen und anderen brandaktuellen Fragen zur Orthodoxie und ihren ungelösten Problemen nach.

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