Technik der Kontrolle

Fotoband: Christian Thielmann. Dirigieren

Am 1. April feierte der deutsche Stardirigent Christian Thielemann seinen 60. Geburtstag. Zu diesem Anlass erscheint nun in der Edition Lammerhuber ein großformatiger Fotoband mit 200 Bildern des Dirigenten, die Lois Lammerhuber im Laufe der letzten zehn Jahre fotografierte. Bei den Proben zu insgesamt drei großen Projekten - Verdis Requiem in Dresden, Mozarts Requiem in Salzburg und Wagners "Tristan & Isolde" in Bayreuth nahm Lammerhuber regelmäßig mitten im Orchester Platz und dokumentierte Thielemanns lebhafte Arbeitsweise und ausdrucksstarke Mimik, die sich in den ungewohnt persönlichen Nahaufnahmen offenbart. Präsentiert wird der aufwendig gestaltete Band "Christian Thielmann. Dirigieren" am Dienstag, dem 16. April im Rahmen der Salzburger Osterfestspiele, dessen Künstlerischer Leiter Thielemann ist. Die ungewohnt persönlichen, intimen Einblicke kamen nicht zuletzt durch die sehr persönlichen Kommentare des Dirigenten zustande, die sich unter jedem Bild finden, aufgeschrieben und dokumentiert von Clemens Trautmann, Chef der Deutschen Grammophon, die zum 60. Geburtstag außerdem Thielemanns sämtliche Orchestereinspielungen in einer gesammelten Edition veröffentlicht. -
Gestaltung: Judith Hoffmann


Richard Swartz: Austern in Prag

Mit 22 Jahren war Richard Swartz noch keineswegs bereit für ein geregeltes Erwachsenenleben voller Pflichtbewusstsein und Arbeitsmoral gewesen. Kurz entschlossen zerriss er sein Diplom der Stockholmer Wirtschaftsuniversität, und statt sich in das von seinem Vater vorbestimmte Leben zu fügen, floh er nach Prag. Der junge Stockholmer Student sehnte sich nach "einer Art schwarzen Utopie: (...) Nach einem Ort, den es gab und auch wieder nicht, einem, an dem weder meine Anwesenheit noch das, was ich dort machte, von irgendeiner Bedeutung wäre, eine Falte in der Zeit." Und er findet eine vergessene, herrenlose Stadt, eine Stadt, in der sich "alles, was sich hier überhaupt ereignen könnte, bereits ereignet hat." Eine Stadt, "versteinert wie ein Insekt in honiggelbem Bernstein."

Zwei Jahre verbringt der spätere Osteuropa-Korrespondent des Svenska Dagbladet in Prag - offiziell als Wirtschaftsstudent an der Prager Karlsuniversität an seiner Dissertation arbeitend. Seine Erinnerungen an diese Zeit unmittelbar nach der Niederschlagung des Prager Frühlings, an ein Leben im Realsozialismus in der Tschechoslowakei, hält er in einem neu erschienen Memoir fest. Das Buch, das sich wie ein Roman liest, erzählt in Anekdoten und Erinnerungen von der subtilen Repression in der Diktatur, von kleinen Gesten des Widerstandes, vom alltäglichen Zynismus der Regierenden ebenso wie der Regierten und von all dem, das fehlt und all jenen, die abwesend sind.

"Austern in Prag. Leben nach dem Frühling" von Richard Swartz ist bei Zsolnay erschienen.-
Gestaltung: Sophie Menasse

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