Leerrohre für Glasfaserkabel

APA/dpa-Zentralbild/Jens Büttner

Die Gigabit-Gesellschaft

Oder wie viel Breitband braucht das Land

1. Sind wir Breitband-Nachzügler?
Gestaltung: Franz Zeller

2. Glasfaser-Modellgemeinde Großschönau/ Waldviertel
Gestaltung: Franz Zeller

3. Ist Österreich technologiefeindlich? Studie.
Gestaltung: Julia Gindl

4. Glasfaser in der EU. Ein Vergleich.
Gestaltung: Sarah Kriesche

5. Österreichs Weg in die Gigabit-Gesellschaft. Breitbandstrategie 2030
Gestaltung: Franz Zeller

Sehr schnell geht der Ausbau des Glasfasernetzes und damit die Breitbandversorgung Österreichs nicht voran. Das hat der Rechnungshof bereits im Vorjahr kritisiert. International gesehen fand sich Österreich beim jüngsten Vergleich in Europa knapp vor Serbien auf dem letzten Platz, was die Versorgung von Haushalten mit schnellen Datenleitungen betrifft.

Das Glasfasernetz gilt als Rückgrat für wirtschaftliche Entwicklung und als Standortfaktor. Deshalb hat die Regierung das Ziel ausgerufen, Österreich bis 2020 flächendeckend mit ultraschnellem Breitband auszustatten. Auch der kommende Mobilfunkstandard 5G benötigt das Glasfasernetz. Matrix fragt u.a. nach, wie weit das Vorhaben gediehen ist, wo die Probleme liegen und wer vom Ausbau profitiert.

1. Je nach Blickwinkel ist Österreich in Sachen Breitband hoffnungsloser Nachzügler oder durchaus gut versorgt: die schnelle Glasfaser nutzen, laut Statistik der Telekomregulierungsbehörde RTR vom November des Vorjahres, gerade einmal 57.000 Anschlüsse. Bei Festnetz-Anschlüssen dominieren nach wie vor traditionelle Kupferleitungen, wie sie in der Festnetztelefonie üblich waren. 2,5 Millionen Haushalte sind so angeschlossen, wobei rund eine Million mit weniger als 10Megabit pro Sekunde auskommen muss. Das reicht zum Beispiel nicht, um einen hochaufgelösten Film über das Netz anzusehen. 7.6 Millionen Österreicherinnen und Österreicher setzen auf mobile Datenübertragung, mit teils sehr langsamen Geschwindigkeiten. Das hat Österreich den Ruf eingetragen, in Europa Nachzügler in der Digitalisierung zu sein. So liegt das Land bei der Glasfaserversorgung knapp vor Serbien auf dem letzten Platz. Wohin die Reise gehen könnte, skizziert Franz Zeller.

2. Zehn bis zwölf Milliarden Euro wird der flächendeckende Ausbau mit Gigabit-Leitungen in Österreich kosten. Nicht alles davon wird der Staat tragen. Es gibt aber schon einige Regionen, die den Anschluss an das superschnelle Netz selbst in die Hand genommen haben, etwa der Ort Großschönau im Waldviertel. Franz Zeller hat ihn besucht und mit dem Kopf hinter dem Projekt gesprochen.

3. Österreich ist bei IT und Breitband eher Nachzügler. Das geht aus einer aktuellen Studie des Wirtschaftsforschungsinstitutes Wifo hervor, die die Arbeiterkammer Wien in Auftrag gegeben hat. Österreich liegt im Digitalsierungsindex DESI innerhalb der EU28 zwar auf Platz 11, belegt diesen elften Rang aber schon seit dem Jahr 2014. Der Index vergleicht etwa Ausbau und Nutzung von Infrastrukturen, digitale Fähigkeiten der Bürgerinnen und Bürger und das E-Government-Angebot. Warum es in den letzten Jahren nicht mehr Bewegung gegeben hat, hat sich Julia Gindl angeschaut.

4. Ein Blick über die Landesgrenzen: Internet-Anbindungen mit einem Gigabit pro Sekunde sind in Schweden zwar noch kein Allgemeingut, aber auch schon lange nichts Ungewöhnliches mehr. In Malta, den Niederlanden oder Litauen, ist auch die ländliche Bevölkerung fast zu 100% mit einer hohen Bandbreite versorgt. Deutschland wiederum sitzt mit Österreich hingegen quasi in einem Boot - als Schlusslicht. Sarah Kriesche hat sich mit Experten unterhalten, was andere Länder besser gemacht haben, was man von ihnen lernen kann und wie sich die Glasfaser-Infrastruktur dort bereits bezahlt gemacht hat.

5. Wie erwähnt, plant die Regierung derzeit die Breitbandstrategie 2030. Die Konsultationen sind bereits abgeschlossen, auch die Eckpunkte stehen fest. Veröffentlicht wird sie voraussichtlich in diesem Quartal. Wie es mit dem Breitbandausbau in Österreich weitergeht, darüber hat Franz Zeller mit dem zuständigen Leiter der Stabstelle Informations- und Kommunikationsinfrastruktur im Bundesministerium für Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie, Alfred Ruzicka, gesprochen.


Redaktion: Franz Zeller
Moderation: Wolfgang Ritschl

Service

Österr. Breitbandatlas
RTR Internet Monitor 2018
WIFO-Studie zur Digitalisierung in Österreich
Jens Böcker
Breitbandstudie 2018
AGGFA

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