Getreidefeld

APA/dpa/Uwe Zucchi

Gegen Vorurteile, für soziales Verantwortungsgefühl

"Das Gemeindekind" (Teil 1) von Marie von Ebner-Eschenbach. Mit Elisabeth Orth, Valentin Marginter, David Miesmer, Isabella Campestrini, Bibiana Zeller, Martin Schwab, Annemarie Düringer, Wolfram Berger, Brigitte Swoboda, Birgit Minichmayr, Boris Eder, Anne Bennent, Erhard Koren, Linde Prelog, Rudolf Buczolich u.v.a. Komposition: Otto Lechner. Schnitt: Stefan Wirtitsch, Katharina Böhm. Ton: Herta Werner. Bearbeitung und Regie: Götz Fritsch (ORF/MDR 2008)

Die Bedingungen könnten schlechter nicht sein. Der Vater wegen Mordes gehenkt, die Mutter zu zehn Jahren Haft ins Zuchthaus gestoßen. Die beiden Kinder, Milada und Pavel, bleiben, mit diesem Makel behaftet, alleine und auf sich gestellt. Doch während die hübsche Milada durch eine glückliche Fügung auf Kosten der Gutsherrin in einer Klosterschule erzogen wird, verwildert der störrische Pavel zusehends.

Die Gemeindebewohner des kleinen mährischen Dorfes lassen ihn seine Herkunft spüren. Pavel wird zum Musterbeispiel eines schwer erziehbaren Buben. Nach einer Begegnung mit seiner unschuldig-frommen Schwester beginnt sich Pavel jedoch allmählich aus seinem Dilemma zu befreien. Er beginnt aus eigenem Antrieb zu lernen, bezwingt seinen Menschenhass und wird, trotz aller Steine, die man ihm weiterhin in den Weg zu werfen versucht, ein rechtschaffener Mann.

Mit ihrem 1887 erschienenen und bereits damals höchst erfolgreichen Roman "Das Gemeindekind" wendet sich Marie von Ebner-Eschenbach (1830-1916) erstaunlich früh und erstaunlich vehement gegen die - nicht nur zu ihrer Zeit - vorherrschende deterministische Vererbungstheorie. Menschen, so lautet ihr Credo, sind nicht allein Sklaven ihrer Herkunft und Opfer der Umstände. Sie können sich, bei entsprechendem Willen, aus ihren Fesseln befreien.

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