Notizen von Leonardo Da Vinci

AP/BERENICE BAUTISTA

Johanna Schwanberg über Leonardo da Vinci

"Sensibler Grenzüberschreiter" - Zum 500. Todestag von Leonardo da Vinci versucht Johanna Schwanberg, Kunstwissenschafterin und Direktorin des Dom Museum Wien, in subjektiven Kunstbetrachtungen das innovative Schaffen des Renaissancekünstlers greifbar zu machen. - Gestaltung: Alexandra Mantler

Mona Lisa 1503 - 1506 (oder später?)

Menschen über Menschen. Fotografierend, skypend oder per whatsapp mit ihrer Familie in Asien oder Amerika kommunizierend. Ganz in der Ferne ein nicht allzu großes Gemälde, hinter Absperrungen und Sicherheitsglas verbarrikadiert.

Als ich vor einiger Zeit wieder einmal den Pariser Louvre besuchte, wollten meine Kinder natürlich die "Mona Lisa" sehen. Ein Bild, von dem sie schon so viel gehört hatten, obwohl Kunst normalerweise nicht zu den Hauptinteressen von pubertierenden Jugendlichen gehört. Ich war vollkommen gebannt von dem Volksfest, das sich vor dem legendären Renaissancebild abspielte, meine Kinder enttäuscht von dem aus ihrer Sicht gar nicht freundlichen Lächeln der Mona Lisa. Sie hatten es sich viel strahlender vorgestellt. Zu Recht bemerkten sie, dass rechts und links von Leonardos Meisterwerk so viele andere großartige Werke hängen, die im Schatten dieser Ikone der Kunstgeschichte ein wenig beachtetes Dasein führen.

Warum ist dieses Bild so legendär und andere nicht, war die folgerichtige Frage? Auf der Suche nach einer plausiblen Antwort begann ich wieder einmal über dieses wohl berühmteste Porträt der europäischen Kultur nachzudenken. Ein Bild, das unzählige Male neuinterpretiert oder parodiert wurde. Ein Bild, über das sich Forscher aller Jahrhunderte die Finger wundgeschrieben haben, in der Hoffnung, das Geheimnis rund um die Dargestellte wie auch das Entstehungsdatum zu lüften.

Mich interessiert allerdings weniger, ob es sich bei der abgebildeten Schönheit um eine reale historische Figur oder ein der Fantasie entsprungenes Idealbild handelt. Vielmehr fasziniert mich, dass ein Kunstwerk so ambivalent und geheimnisvoll in seiner Ausstrahlung sein kann, dass es sich auch nach 500 Jahren noch in keine Schublade stecken lässt. Die gleichermaßen ernste wie seltsam lächelnde Frau verfolgt mich mit den Augen, wo immer ich auch stehe. Sie fordert mich in ihrer Rätselhaftigkeit auf, unter die Oberfläche der sichtbaren Wirklichkeit zu schauen und zu fragen, was den Menschen zum Menschen macht. Leonardo selbst meinte dazu: "Ein guter Maler hat zwei Hauptsachen zu malen, nämlich den Menschen und die Absicht seiner Seele."

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Sendereihe

Gestaltung

Übersicht

Playlist

Komponist/Komponistin: Livingston
Komponist/Komponistin: Evans
Album: The Unforgettable Nat King Cole
Titel: MONA LISA
Ausführende: Nat King Cole
Länge: 03:26 min
Label: EMI 798663

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