Olga Rudel-Zeynek

ÖNB

Erste Akteurinnen im Parlament

Österreichische Frauen in der Politik um 1919. Mit Gabriella Hauch, Professorin für Geschichte der Neuzeit, Frauen- und Geschlechtergeschichte der Universität Wien.
Gestaltung: Ute Maurnböck

1907 erhielten Männer das allgemeine und gleiche Wahlrecht: Unabhängig von Besitz oder ihrer Herkunft, durften Männer ab 24 Jahren an Wahlen teilnehmen. Frauen blieb das Wahlrecht trotz langjähriger Forderungen verwehrt.

Erst 1918 wurde beschlossen, dass auch sie wahlberechtigt waren. Das unbekannte Wahlwesen Frau war den Parteien suspekt: mittels verschiedenfärbiger Wahlkuverts wollte man herausfinden, wie sie wählen. Sie wählten anfangs eher konservativ, später eher links.

Die ersten Akteurinnen im österreichischen Parlament waren unterschiedlichster Herkunft und Couleur: Da waren Sozialdemokratinnen wie Adelheid Popp, die Begründerin der proletarischen Frauenbewegung oder die Gewerkschafterin, Anna Boschek, die auch innerhalb der Gewerkschaften zu den Pionierinnen der Gleichberechtigung gehörte. Therese Schlesinger gehörte zu den intellektuellen Visionärinnen. Von den Christlichsozialen wurde nur eine Frau ins Parlament entsandt: Hildegard Burjan, die schon 1917 gleichen Lohn für die gleiche Arbeit verlangt. Die steirische Landtagsabgeordnete und spätere Bundesrätin, Olga Rudel-Zeynek, setzte durch, dass Mädchen dieselben Bildungschancen wie Buben erhielten.

Und dann gab es auch erfolgreiche großdeutsche Politikerinnen: Emmy Stradal und Marie Schneider. Letztere war, als sie ins Parlament einzog, die jüngste Nationalratsabgeordnete und zudem die einzige Akademikerin. Sie sollte auch als Nationalsozialistin Karriere machen.

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