Petricek liest am 14. August 2013 im Zen-Garten „Cielo, terra e uomo“ von Azuma aus ihren Texten im Rahmen von  LITERATUR RAUM IM BILDHAUERHAUS

DIRK SIMONSEN

Gabriele Petricek über einen Steinkreis im Burgenland

"Ö1 Kunstgeschichten": "Der burgenländische Zen-Garten des japanischen Italieners Kengiro Azuma". Von Gabriele Petricek. Es liest Silvia Meisterle. Redaktion: Edith-Ulla Gasser.

Seit 1959 fand im Burgenland jedes Jahr das Symposium Europäischer Bildhauer in St. Margarethen statt. Mehr als 110 Künstlerinnen und Künstler aus ganz Europa beteiligten sich an den Symposien. Ihre Werke entstanden unmittelbar am Römersteinbruch Sankt Margarethen in Sichtweite des Neusiedler Sees. Der aus Japan stammende Bildhauer Kenjiro Azuma, der in Italien lebte und arbeitete, wo er 2016 neunzigjährig verstarb, hatte 1971 eine steinumrandete Grube mit spitz aufragenden Steinkegeln in die Hügel von St. Margareten gesetzt.

"Cielo, terra e uomo" nannte er die Installation: Himmel, Erde und Mensch. Azumas meditative Arena aus modernen Menhiren inmitten der urtümlich anmutenden burgenländischen Landschaft ist für Gabriele Petricek ein Zen-Garten der ganz besonderen Art. Die Wiener Autorin würdigt in ihrem Text diesen Ort des Zusammentreffens von Landschaft und Bildender Kunst, den sie im Rahmen einer Lesung kennengelernt hatte. So entstand ein neuer Text, in dem die Satzbauten der Autorin Gabriele Petricek auf die Kunst eines japanisch-italienischen Bildhauers treffen, der im Zweiten Weltkrieg als Fliegerpilot gedient hatte, und den der Corriere della Sera deshalb einen "Kamikaze als Bildhauer" nannte.

Service

Gabriele Petricek, "Der burgenländische Zen-Garten des japanischen Italieners Kengiro Azuma", Manuskript, 2019

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