Ein Mann steigt eine Leiter hinauf

DPA/A3295 UWE ZUCCHI

Analyse statt Vorstellungsgespräch

Bin ich der Wunschmitarbeiter?
Die verschlungenen Pfade der Jobsuche

Wer dieser Tage einen Job sucht, muss einige Hürden nehmen. Schon bei online -Bewerbungen, die meist über ein Formular des Unternehmens erfolgen, filtert oft ein System (vermeintlich) unpassende Kandidaten und Kandidatinnen automatisch aus. Eine Einladung zum persönlichen Vorstellungsgespräch zu erhalten, ist zu einer Leistung an sich geworden. Und auch das klassische Vorstellungsgespräch verschwindet zusehends: Assessmentcenter, Videoanalysen und andere Testverfahren zählen stattdessen mittlerweile zu gängigen Methoden von Unternehmen, um ihre Wunschmitarbeiter zu finden.

Wie sehr sich die Arbeitssuche in den vergangenen Jahren verändert hat, zeigt ein Blick zurück: Vor den 1970er Jahren war es durchaus üblich, in ein Geschäft zu gehen und sich unangemeldet nach einer offenen Stelle zu erkundigen. In den 1970er Jahren war der Lebenslauf handschriftlich zu verfassen und durfte nicht länger als eine Seite lang sein. Lücken im Lebenslauf mussten schriftlich und plausibel erklärt werden - mitunter wurde zu Notlügen geraten.

In den 1980er Jahren machten sich Einflüsse aus dem angloamerikanischen Raum bemerkbar: Lebensläufe waren in tabellarischer Form auf der Schreibmaschine abzutippen und dürften nun drei Seiten lang sein. In den 1990ern wurden die üblichen Passbilder in Lebensläufen durch professionelle Porträtfotos ersetzt. In den 2000er Jahren startet die online Bewerbung per Mail, in den nächsten Jahren entwickelten Unternehmen firmeneigene online Formulare, um ihre Mitarbeiter zu rekrutieren. Was passt, wird durchgewinkt - meist weiter in ein Assessmentcenter oder anderes Testverfahren.

Ob das wirklich zielführend ist? Nadja Kwapil hat nachgeforscht. Nach der Sendung ist die Meinung der Hörerinnen und Hörer gefragt unter 0800 22 69 79 oder moment@orf.at

Gestaltung: Nadja Kwapil

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