Ein Mann schwitzt am Kopf

AFP/JOHANNES EISELE

Über Gerüche und andere klimatische Verhältnisse

Körper-Sprache in der Psychoanalyse
Gestaltung: Katrin Mackowski

Natürlich spielen der Körper und die verschiedensten Empfindungen von Lust bis Schmerz eine wichtige Rolle in jeder psychoanalytischen Behandlung.
Aber auch Gesten, Gerüche, der Klang der Stimme sowie der Rhythmus der Worte präsentieren sich auf der Couch als Bühne bewusster wie unbewusster Inszenierungen und gestalten die Beziehung zwischen Patient und Therapeut erheblich.

Es ist das Geschehen jenseits der Worte, die unbewusste innere Logik des Erzählten, die zu Gehör kommt und offenbart wird. So bezeichnete Sigmund Freud bereits 1923 das Ich als etwas Körperliches und sah im Unbewussten die Brücke zwischen Körper und Seele.
Dass sich Körperempfindungen an Haut und Körperöffnungen von Geburt an "einschreiben", beleuchten seither diverse psychoanalytische Theorien.

Manche davon knüpfen auch an die Neurowissenschaften an, die von "embodied memories" ausgehen.
Doch sogar die Theorie selbst, wie Sprache überhaupt, ist körperhaft, körpernah, körperorientiert: Objektbeziehungstheoretiker sprechen seit Melanie Klein vom psychischen "Einverleiben", "Ausstoßen", "Projizieren" oder "Introjizieren". Sie denken in Begriffen wie dem "Containment", die vom Halten und Gehaltenwerden räumlich-körperlich dimensioniert sind.

Damit steht vor allem das Beziehungsgeschehen, eine Art klimatisches Verhältnis im Mittelpunkt, das im Moment des Geschehens aufgespürt und gedeutet wird: es ist ein psychisches Erleben, das in Theoriebildung wie therapeutischem Prozess wie ein Verdauungsvorgang zwischen innen und außen, zwischen Teilen und dem Ganzen, betrachtet wird.
Ein Salzburger Nachtstudio von Katrin Mackowski

Sendereihe

Gestaltung

  • Katrin Mackowski