Ein Glas Wasser. Im Hintergrund das Wort Antibiotika

APA/DPA/LUKAS SCHULZE

Krieg der Keime

Der Kampf gegen Antibiotikaresistenz
Von Marlene Nowotny

In den kriegerischen Konflikten der Gegenwart hat eine neue Strategie Einzug gehalten: Es geht nicht darum, den Gegner an Ort und Stelle zu töten. Stattdessen setzt man auf Bakterien als Waffen, also auf Verletzungen, die zu schweren Infektionen führen können. In Kriegsgebieten ist die medizinische Infrastruktur meist zusammengebrochen. Zu bestimmen, welche Bakterien nun die Wunden infiziert haben, wird dann unmöglich. Gleichzeitig sind passende Antibiotika Mangelware. Und selbst wenn Antibiotika vorhanden sind, müssen sie keine Abhilfe schaffen. Denn es gibt heute jede Menge multiresistenter Krankheitserreger, die gegen eine Vielzahl von Antibiotika resistent sind. Und ihre Anzahl nimmt ständig zu, aufgrund massiven Einsatzes in der Massentierhaltung, unzureichender Hygienemaßnahmen einerseits und übertriebener Desinfektion andererseits, unnötiger oder falscher Einnahme. - 90 Jahre nach der Entdeckung der Antibiotika, die ein Zeitalter ohne bakterielle Infektionskrankheiten einleiten sollte, gilt es diesen neuen Krieg der Keime abzuwenden.

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