Eine Szene aus "Powder her face" von Thomas Ades

AFP/FRANK PERRY

Erst ab 16

Sexualität und neue Musik - eine musikalische Rundschau. Gestaltung: Irene Suchy

Die Kammeroper "Powder her Face" von Thomas Ades darf ein Publikum erst ab 16 Jahren sehen, eine so heiße wie witzige Schaumbad-Sex-Szene stellt die Frage, was Erwachsenen-gerecht ist. Und wie klingt Sex bei Ades: Tango, Menuett, Siegfried- und Rosenkavalier-Zitate. Eine anzügliche Szene aus Johannes Stauds "Die Weiden" durfte nicht stattfinden. Dabei hat das Thema in der Musik eine lange Tradition: Erwin Schulhoffs "Sonata erotica" aus 1919 vertont schon ganz eindeutige Atem- und Stimmgeräusche. Gerade hat der Komponist Claus-Steffen Mahnkopf eine "Philosophie des Orgasmus" veröffentlicht, er selbst komponiert das Thema kammermusikalisch und orchestral. Wie klingen erotische Höhepunkte?

Anno 1967 forderte der Medienkünstler Nam June Paik im Programm für seine "Opera Sextronique", dass die Musik ihren Sigmund Freud brauche. Luc Ferrari schrieb "Pornologos", Sylvano Bussoti eine Oper "La Passion Selon Sade" - wonach anno 1991 der künstlerische Leiter der Biennale di Venezia seine Funktion wegen exzessiven Performances mit Prostituierten verlor. Karlheinz Stockhausen komponierte "Befruchtung mit Klavierstück" aus Licht. Und die Komponistinnen? Laurie Anderson vertonte in "Langue d'amour" die biblische Erbsünde der Eva als erotischen Akt. Ein Zeit-Ton der Höhepunkte, erläutert von Claus-Steffen Mahnkopf.

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