Frauen, Autos und Inseln

Katholische Frauen und Gender - Ein Kampf gegen Windmühlen +++ Reise in Zyperns Norden +++ 70 Jahre MIVA: Mobil im Dschungel. - Moderation: Alexandra Mantler

1. Katholische Frauen und Gender - Ein Kampf gegen Windmühlen

Frauenrechte in der katholischen Kirche? Eine Auseinandersetzung mit der Genderfrage, die über bloße Verweigerung hinaus geht? Weiheamt und Karriere auch für Frauen in der katholischen Kirche? Es ist und bleibt ein Kampf gegen Windmühlen, meinen katholische Theologinnen.
Zuletzt hat es der aus Vorarlberg stammende brasilianische Bischof Erwin Kräutler erneut gefordert: Von der im Oktober stattfindenden Amazonien-Synode erhofft er sich, wie er sagt, "wenigstens", dass Frauen Diakoninnen werden können. Zuletzt haben ja Frauen in der katholischen Kirche lautstark mehr Rechte gefordert, etwa mit der Protestaktion "Maria 2.0" oder mit der Aktion "50 Tage 50 Frauen". Ihre Forderungen haben die Frauen der Katholischen Frauenbewegung KFB vergangene Woche auf einer Studientagung bekräftigt. Judith Fürst hat die römisch-katholische Theologin und Generalsekretärin der KFB, Regina Augustin, um eine Bilanz der Aktion gebeten und mit der römisch-katholischen Theologin und Genderforscherin Rita Perintfalvi über die Rolle der Frau in der Kirche gesprochen und was diese mit Genderforschung zu tun hat.


2. Reise in Zyperns Norden

Vor 45 Jahren, am 15. Juli, wurde der erste Präsident Zyperns, Erzbischof Makarios, gleichzeitig ein hoher orthodoxer Würdenträger, durch einen von Griechenland herbeigeführten Putsch gestürzt. Ziel war der Anschluss Zyperns an Griechenland. Die Pläne dürften von den USA unterstützt worden sein: Ihnen war Erzbischof Präsident Makarios schon länger ein "Dorn im Auge". Die Folge: Am 20. Juli 1974 kurz nach 6 Uhr früh betraten die ersten türkischen Soldaten der "Friedensoperation Atilla" aus der Luft und vom Meer aus Zypern und besetzten im Norden etwa ein Drittel der Insel.
Es folgten Massaker und Massenvertreibungen: Etwa 160.000 Zyperngriechen und 70.000 Zyperntürken flohen in den jeweils anderen Teil der Insel; Tausende kamen ums Leben. Bis heute gelten hunderte Menschen als vermisst, werden weiter Massengräber untersucht, sind zahlreiche Friedensverhandlungen gescheitert und die Fronten verhärtet.
Seit 2003 sind Grenzübertritte möglich. Maria Harmer ist mit einer Gruppe von griechischen Zypriotinnen und Zyprioten in den Nordteil der Insel gefahren. Eine emotionale Spurensuche.


3. 70 Jahre MIVA: Mobil im Dschungel

Eine Missionsschwester braucht einen Geländewagen, um im Dschungel vorwärtszukommen, um Medikamente zu transportieren. Ein Priester braucht ein Fahrrad, um zur viele Kilometer entfernten Gemeinde zum Gottesdienst zu erscheinen. Kirchliche Hilfsorganisationen oder Ordensgemeinschaften helfen oft in den entlegensten Gebieten. Dass sie die Menschen auch tatsächlich erreichen, dafür sorgt die "Missionsverkehrsarbeitsgemeinschaft", kurz MIVA genannt. Und das bereits seit ziemlich genau 70 Jahren. Diese kirchliche Hilfsorganisation vermittelt Fortbewegungsmittel aller Art auf allen Kontinenten. Am 21. Juli, dem sogenannten Christophorus-Sonntag, an dem in der katholischen Kirche des Schutzpatrons der Seeleute, Reisenden und Autofahrer gedacht wird, feiert auch die MIVA Geburtstag. Mit einem Gottesdienst am Vormittag, Fahrzeugsegnung und erstmals sogar mit einer Pferde- und Kutschensegnung. Aber begonnen hat die ganze Geschichte der MIVA mit einem tragischen Vorfall. Roberto Talotta hat die MIVA-Zentrale im oberösterreichischen Stadl-Paura besucht.

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