Pigmentpuder in Säcken

AFP/OZAN KOSE

Pigmente

Partikel für eine bunte Welt (1). Gestaltung: Sabine Nikolay

"Pigment" ist die Bezeichnung für farbgebende Substanzen. Ohne sie wäre das Blut nicht rot, wären Blätter nicht grün, Haare nicht blond und die Haut von Tieren und Menschen durchsichtig. Pigmente dienen in der Natur und in der Kultur als Orientierung, haben Signalwirkung, sind Tarnung und Täuschung und bieten in ihrer organischen Form Schutz vor der Sonne.

Ohne Farben kein Michelangelo, kein Raffael, keine Maria Lassnig ... und natürlich keine Höhlenmalerei! Über 40.000 Jahre alt sind die Zeichnungen aus der spanischen La Castillo-Höhle, gemalen mit Pigmenten von Holzkohle, Ocker und Lehm. Ein Farbstoff sticht unter allen anderen hervor: Das tiefblaue Indigo, das aus Indien nach Europa kam und als Farbe für Textilien einen Siegeszug antrat: ohne Indigo keine Arbeitskleidung, keine Jeans, kein "Blaumann" und auch kein "blau machen".

Das Gegenstück für den Farbstoff Indigo ist das Pigment Ultramarin, ein Gestein von geradezu himmlischer Farbe - das in der Malerei passenderweise für die Farbgebung des Himmels aber auch den Mantel der Maria auf unzähligen Gemälden von unschätzbarem Wert war. Es wurde teurer gehandelt als Gold, kommt vor allem in Afghanistan vor, und ist mit ein Grund, warum dieses Land über Jahrhunderte ausgebeutet und seine gewachsene Kultur zerstört wurde.

Pigmente und Farbstoffe lassen sich in drei Gruppen einteilen: anorganische, mineralische Pigmente; organische, die in Flora und Fauna zu finden sind, und von Menschen geschaffene Effektpigmente auf chemischer Basis.

Welche Folge hat das Fehlen von Pigmenten für alle Organismen? Wie (über)leben Menschen und Tiere, denen alle Pigmente fehlen, die an "Albinismus" erkranken?
Und: sind nun Cochenille-Läuse im tiefroten beliebten Sommerdrink oder nicht? - Ein Streifzug durch unsere farbenfrohe Welt und ihre Bedeutung.

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