Zwei Hände

ASSOCIATED PRESS/LEFTERIS PITAKIS

Vom Eigenleben der Körper

"Die Geschichte des Körpers". Von Thomas Stangl. Es liest Simon Jensen. Gestaltung: Gudrun Hamböck.

Die Nummer 105 gehört zu den Lieblingszimmern des Zivildieners im Pflegeheim. Seine Bewohnerinnen Nelly Lapinski und Franziska Hönig leben wie in getrennten Sphären nebeneinander her. Frau Lapinski verliert ihre Heiterkeit nicht, wenn sie sich wieder einmal in ihrer extravaganten Garderobe verwickelt hat und Frau Hönig trifft imaginäre kleine Tiere auf dem Korridor. Der Zivildiener plant schon die Reise, die er nach seinem Dienst antreten möchte. Er hat nur noch eine Woche, da kann nicht mehr viel passieren ...

Mit der Erzählung "Die Toten von Zimmer 105" gewann der 1966 in Wien geborene Autor Thomas Stangl den diesjährigen Wortmeldungen Literaturpreis. Aus der Begründung der Jury: "... Thomas Stangl gelingt etwas ganz Besonderes: Er macht die alten und kranken Menschen nicht zu Objekten, die er beschreibt, sondern er macht uns, die Leser, zum Subjekt ..."

Der vielfach ausgezeichnete Autor veröffentlichte bisher fünf Romane, zuletzt im Vorjahr "Fremde Verwandtschaften". Außerdem liegen zwei Essaybände von ihm vor: "Reisen und Gespenster" und "Freiheit und Langeweile". Die prämierte Erzählung stammt aus dem Band "Die Geschichte des Körpers", erschienen im Literaturverlag Droschl.

Service

Thomas Stangl, "Die Geschichte des Körpers". Erzählungen. Literaturverlag Droschl, 2019

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