Thomas Kruesselmann

THOMAS KRUESSELMANN

Lucibela sowie Omar Sosa & Seckou Keita live aus Krems

Lieder von den Kapverden, senegalesisch-kubanische Klangmeditationen. Gestaltung: Renate Burtscher.

Mit Sängerin Lucibela ist eine neue, bemerkenswerte Stimme von den Kapverdischen Inseln erstmals in Österreich zu erleben. Obwohl sie erst 2018 ihr Debütalbum "Laço Umbilical" veröffentlichte, wird Lucibela zuweilen bereits als Nachfolgerin der großen Morna-Interpretin Cesária Évora bezeichnet.

Im Anschluss präsentiert Renate Burtscher - ebenfalls live - das Konzert des senegalesischen Kora-Meisters Seckou Keita und des kubanischen Pianisten Omar Sosa, diskret begleitet vom venezolanischen Perkussionisten Gustavo Ovalles. Keita und Sosa wussten im Rahmen ihrer 2017 erschienenen CD "Transparent Waters" in hochsensiblen, lyrischen Dialogen zu beeindrucken und werden "Glatt & Verkehrt" 2019 einen wunderbar stillen, introvertierten Ausklang bescheren.

Dazwischen: ein Pausenbeitrag von Michael Neuhauser und Leopold Stepanek über den Einfluss Kubas auf die Musik von West- und Zentralafrika.

Sowohl die Yoruba-Kultur aus dem heutigen Nigeria als auch Traditionen aus dem Kongo haben durch von dort verschleppte Sklaven Kuba und seine Musik stark geprägt. Es ist daher wohl kein Zufall, dass umgekehrt genau in diesen Gebieten in Afrika im 20. Jahrhundert afrokubanische Musik eine große Rolle gespielt hat. Aus der Karibik zurückkehrende ehemalige Sklaven oder deren Nachkommen ließen gemeinsam mit innerafrikanischen Migranten, Matrosen, Einheimischen und dem Einfluss der Kolonialmacht England die große Hafenstadt Lagos in Nigeria in den 20er und 30er Jahren zu einem wichtigen kulturellen Schmelztiegel werden, in dem Gitarrenmusik blühte, die neben anderen karibischen Elementen wie Calypso auch afrokubanische Einflüsse aufweist.

Im Kongo wiederum entstand in den 40er Jahren die ganz direkt an afrokubanische Musik angelehnte "Rumba Congolaise" mit talentierten Musikern, die nicht nur in ihrer Heimat große Erfolge feierten sondern auch in Westafrika. In den 60er Jahren haben die engen politischen Verbindungen mancher unabhängig gewordener afrikanischer Staaten mit dem Regime von Fidel Castro die musikalische Nähe zu Kuba dann noch einmal verstärkt.
Ein Exkurs in der Pause zwischen den Liveübertragungen vom Festival Glatt & Verkehrt widmet sich in Streiflichtern dieser gegenseitigen Befruchtung, die afrokubanische Musik zu einem wesentlichen Bestandteil der afrikanischen Musikkultur gemacht hat.

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