Einfamilienhaus im Stadtteil Salzburg-Morzg

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Spurensuche nach Gründen für einen Mord in der Familie

Vielleicht hätte ich dich lieben sollen. Der Fall einer Familie. Von Johannes Gelich.

Der 90-jährige Alois Reger war ein erfolgreicher Geschäftsmann, der spürte, dass die Kräfte schwanden. Seine um zwanzig Jahre jüngere Ehefrau war noch immer lebenslustig und apart. Im letzten Jahr hatte sich das Verhältnis zwischen den Eheleuten deutlich verschlechtert. Die Ehefrau klagte gegenüber der Nachbarin, ihr Mann sei in letzte Zeit so bösartig geworden.

Alois Reger war in den Nachkriegsjahren ein beachtlicher sozialer Aufstieg gelungen: im Krieg war ihm ein Auge ausgeschossen worden, doch in den Jahren des Wirtschaftswunders kam er zu Wohlstand und Familie. Seine Firma florierte und Alois Reger übersiedelte, mittlerweile ein reicher Mann, an den Stadtrand von Salzburg, wo er ein Haus baute. Das Familienleben glückte dem Patriarchen nicht, die erste und auch eine zweite Ehe gingen in die Brüche.

Ehefrau Nummer drei stammte aus Slowenien. Im letzten Jahr stritt das Ehepaar ununterbrochen, die Putzfrau sagte: Streiten, immer streiten! Scheinbar hatte Herr Reger in den letzten Monaten immer wieder gedroht, seine Ehefrau zu enterben. Am Ende spitzten sich die Ereignisse dramatisch zu. - Das Feature lässt in Form einer Montage Angehörige, Nachbarn, Freunde zu Wort kommen, die Licht ins Dunkel der tragischen Familiengeschichte bringen.

Die Sendung wurde 2015 mit dem Dr. Karl Renner Publizistikpreis
ausgezeichnet.

Sounddesign und Musik: Stefan Weber
Redaktion: Elisabeth Stratka

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