Napoleon-Darsteller, Rückenansicht

AP/JENS MEYER

Feldherr, Kaiser und Stratege

250 Jahre Napoleon (1). Gestaltung: Andreas Wolf.

Napoleon Bonaparte wurde am 15. August 1769 in Ajaccio auf Korsika geboren. Seine Familie unterstützte anfangs die korsische Unabhängigkeitsbewegung. Nach deren Niederschlagung wechselte Napoleons Vater die Seiten und favorisierte Frankreich. Dieser Schwenk ermöglichte später seinem Sohn die Aufnahme in die Kadettenschule von Brienne. Weil Napoleon aus vergleichsweise bescheidenen, kleinadeligen Verhältnissen stammte und nur schlecht französisch sprach, wurde er dort zum Außenseiter. Napoleons Stunde schlug während der französischen Revolutionskriege. Mit der von ihm konzipierten Eroberung, der von Aufständischen gehaltenen Stadt Toulon begann sein atemberaubender Aufstieg. Als Oberbefehlshaber der Italienarmee besiegte er, trotz Unterzahl und schlechter Ausrüstung, die habsburgischen Armeen.

Seine militärischen Erfolge setzte Napoleon schließlich in politische Macht um. Gezielte Propaganda und das Verlangen der Bevölkerung nach Stabilität ebneten ihm den Weg. Der Staatsstreich vom November 1799 machte ihn zum Ersten Konsul, 1804 krönte er sich selbst zum "Kaiser der Franzosen". Wie kein anderer vor und nach ihm reformierte er das Land. Der Bogen spannt sich von Justiz-, Bildungs-, Finanz-, Verwaltungs- und Armeereformen über die bauliche Umgestaltung von Paris, bis zur Vereinheitlichung der Maße. Wichtig waren auch Investitionen in die Infrastruktur wie schnelle Straßenverbindungen oder ein effizientes optisches Telegrafennetz. Um seine Macht zu festigen, setzte er seine Brüder, in den von Frankreich besetzten Ländern als Könige ein. Ein wichtiges Ziel war auch die Gründung einer neuen napoleonischen Herrscherdynastie. Als Demütigung gegenüber dem besiegten österreichischen Kaiser Franz II. / I. nahm er dessen Tochter Marie-Louise zur Frau.

Den Anfang vom Ende des napoleonischen Europas leitete der "Russlandfeldzug" ein. In nur sechs Monaten verlor seine Armee rund 600.000 Soldaten, fast alle Pferde und nahezu die gesamte Artillerie. Von diesen Verlusten konnte sich Frankreich nicht mehr erholen. Wie ein Kartenhaus brach nun Napoleons Ordnung in sich zusammen. Die unterworfenen und bisher verbündeten deutschen Staaten wechselten die Seiten und erklärten Frankreich den Krieg.

Auf Napoleons Niederlage in der Völkerschlacht von Leipzig 1813 folgte dessen Absetzung als Kaiser und seine Verbannung auf Elba. Nach mehr als 20 Jahren Krieg war die französische Bevölkerung ausgelaugt und sehnte sich nach Frieden. Einer Rückkehr der während der Revolution abgesetzten Bourbonen auf den Kaiserthron standen dennoch viele skeptisch gegenüber. In diese Lücke stieß Napoleon mit seiner Rückkehr auf das französische Festland. In nur wenigen Wochen versammelte er neuerlich eine schlagkräftige Armee, mit denen er die Alliierten zunächst erfolgreich zurückdrängte. Am Ende seiner "Herrschaft der 100 Tage" stand Napoleons finale Niederlage in Waterloo. Er starb am 5. Mai 1821 in der Verbannung auf der abgelegenen Atlantikinsel St. Helena.

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Buchtipp:
"Napoleon" Adam Zamoyski, C.H.Beck Verlag

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