Boris Johnson

APA/AFP/POOL/PETER SUMMERS

Brexit, Baltikum, Polen, Ukraine

Brexit - die Zeit wird knapp +++ Neue Sorgen im Baltikum 30 Jahre nach der Unabhängigkeit +++ Zweiter Weltkrieg: Eine Banjoline rettet den Klang des alten Warschau +++ Zwischen Schmuggel und Abwanderung - der kleine Grenzverkehr an der ukrainischen Grenze
Moderation: Markus Müller-Schinwald





Brexit - die Zeit wird knapp
Nach der aktuellen Parlamentswoche in London gibt es in Sachen Brexit noch mehr offene Fragen als davor. Der Versuch des neuen Premierministers Boris Johnson, das Parlament von der Diskussion über den Brexit auszuschließen, ist spektakulär gescheitert. Mitten in der Brexit-Krise ist das Land damit auch noch in eine schwere verfassungsrechtliche Krise gerutscht. Welche Möglichkeiten haben die Regierung und das Parlament, welchen Schaden hat die lange Diskussion um den Brexit bereits angerichtet und wie soll die Europäische Union auf die Ereignisse in London reagieren? Diese Fragen analysiert im Interview der Politikwissenschaftler Daniel Schade, der lange an der London School of Economics geforscht hat und jetzt an der Universität Magdeburg tätig ist.

Neue Sorgen im Baltikum 30 Jahre nach der Unabhängigkeit
Es war die längste Menschenkette der Geschichte. Über 650 Kilometer, von der litauischen Hauptstadt Vilnius im Süden bis zur estnischen Hauptstadt Tallinn im Norden, erstreckte sich der sogenannte Baltische Weg, etwa eine Million Menschen nahmen an dieser Demonstration für die Unabhängigkeit ihrer Länder teil. Anlass war der neunundvierzigste Jahrestag der Unterzeichnung des Hitler-Stalin-Paktes, mit dem die beiden Diktatoren Osteuropa untereinander aufgeteilt hatten. Und schon bald darauf läuteten die Unabhängigkeitserklärungen der drei Länder das Ende der Sowjetunion ein. Zum dreißigsten Jahrestag ist die Erinnerung an den Baltischen Weg so lebendig wie lange nicht mehr, auch aus Angst vor dem großen Nachbarn im Osten, berichtet Markus Nowak.

Zweiter Weltkrieg: Eine Banjoline rettet den Klang des alten Warschau
Der September 1939 bedeutet das Ende für das Polen, das es bis dahin gegeben hatte. Im zweiten Weltkrieg wurden hunderttausende Menschen getötet, die Innenstädte von Warschau und anderen Städten wurden völlig vernichtet, und auch die Kultur des Landes erlitt nicht wiedergutzumachende Verluste. Auch die Alltags- und Populärkultur wurden weitgehend zerstört. Lebendig blieb der Klang des alten Warschau nur in der Musik von Stanislaw Grzesiuk mit seiner Banjoline - einem Instrument, das er selbst aus einem Stuhlhocker und einem Mandolinenstumpf während der Haft im Konzentrationslager Mauthausen gebaut hatte. Ein Beitrag von Jan Pallokat.

Zwischen Schmuggel und Abwanderung - der kleine Grenzverkehr an der ukrainischen Grenze
Es ist nicht mehr als ein breiter Bach, aber doch ist hier eine der härtesten Grenzen in Europa. Am Fluss Bug endet die Europäische Union und damit die Schengenzone, auf der anderen Seite liegt die Ukraine. Seit dem Abschluss des Assoziationsabkommens ist der Übergang zwischen den beiden Ländern einfacher geworden, die Region auf beiden Seiten der Grenze bleibt aber weiter ein Randgebiet, das von einer schlechten wirtschaftlichen Entwicklung und Abwanderung geprägt ist. Stefan Schocher berichtet über die Probleme und Hoffnungen beim kleinen Grenzverkehr zwischen der Ukraine und Polen.




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