Wahlaufsteller

ORF/URSULA HUMMEL-BERGER

Elefanten-Fakes und Hintermänner

"Alles nur Vermutungen. Und vor dem Hintergrund von Vermutungen und Nicht-Wissen wird Österreich wählen." So beschreibt Anneliese Rohrer, die Doyenne des innenpolitischen Journalismus, im Interview mit #doublecheck den laufenden Wahlkampf. Der ist so beispiellos wie die Affäre, die ihn ausgelöst hat. Der ganze Wahlkampf ist von Ibiza und den Folgen durchzogen. Sommergespräche und Minister-Interviews standen im Bann der Ermittlungen der Justiz und der Enthüllungen durch die Medien. Und das war erst der Anfang.

Moderation und Gestaltung: Rosanna Atzara, Nadja Hahn und Stefan Kappacher

JournalistInnen im Schützengraben

Insgesamt sieben sogenannte Elefantenrunden - also Konfrontationen aller sechs Spitzenkandidaten für die Nationalratswahl - gehen diesmal über die Bühne, den Auftakt hat die Ö1-Sendung "Klartext" gemacht. Ein Rekord, obwohl die Wahlberichterstattung der Sender und der Zeitungen auch 2017 schon durchaus üppig war. Das Elefanten-Trompeten während des ORF-Sommergesprächs mit SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner - ein Marketing-Gag für ein Koffeingetränk - war sozusagen Programm. Das Rahmenprogramm dazu ist eine Art Schützengraben-Journalismus, in dem sich Qualitätsblätter gegenseitig Parteinähe vorhalten und Qualitätsjournalistinnen aus dem Rahmen fallen. Und die "Kronen-Zeitung" spielt nach dem Bruch mit der FPÖ eine ganz eigene Rolle.


Blogger als Investigativ-Journalisten

Munition für den Wahlkampf haben nicht nur Investigativ-Journalisten der Wochenzeitung "Falter", vom "Standard", von Ö1 und ZIB2 geliefert. Erstmals spielen auch bisher unbekannte und eigens neu gegründete Internet-Seiten eine Rolle im Wahlkampf. Etwa die "eu-infothek", die sich der Suche nach den Hintermännern der Ibiza-Affäre verschrieben hat, oder "zoom", das mit Enthüllungen über das Umfeld von Sebastian Kurz Furore machen möchte. Die Seite "Zackzack" wurde nach Ibiza von der Liste JETZT ins Leben gerufen, dort will man linken Boulevard machen, um den Boulevard - wie betont wird - nicht den Rechten zu überlassen. #doublecheck hat mit den Betreibern der Seiten gesprochen.


Die Frau Hörbiger und der Herr Kurz

Großes Kino zur Eröffnung des Online-Wahlkampfs: Schauspielerin Christiane Hörbiger hat sich in einem Video in Herr-Karl-Manier als Unterstützerin von Sebastian Kurz präsentiert und die baldige Rückkehr des ÖVP-Obmanns als Kanzler beschworen. Ein Hit im Netz, wie aus dem Lehrbuch für Online-Kampagnen. Die SPÖ bemüht sich, hat aber immer noch Aufholbedarf. Und die FPÖ droht ihren Vorsprung, den sie dank der Strache-Facebook-Seite hat, zu verspielen. Nachdem der Namensgeber der Seite auf Ibiza seine politische Karriere verspielt hat.

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