Tranceheilung im südlichen Afrika

Im Rhythmus der San

Sie leben als Jäger und Sammler im südlichen Afrika - in Botswana, Namibia, Südafrika, Angola, Sambia und Simbabwe. Die San, eine Reihe ethnischer Gruppen.
Chef des Dorfes ist in den meisten Fällen der Heiler. Er verfügt nicht nur über traditionelles Wissen aus der Pflanzenmedizin - als Schamane ist er Mittler zwischen Diesseits und Jenseits. Seine spirituelle Macht bietet den anderen Dorfbewohnern Schutz.
Diese tritt vor allem im Heilungstanz zutage, dem wichtigsten Ritual der San. Dabei versetzt sich der Schamane in einen Zustand der Trance, tritt in Verbindung mit der Geisterwelt und zapft übernatürliche Kräfte an. Schweiß strömt in Bächen und wird über den Kranken gerieben. Am Schluss zieht der Heiler die Krankheit aus dem Betroffenen heraus in seinen eigenen Körper. Von dort muss er das Schlechte wieder hinausschreien, um sich der Krankheit vollends zu entledigen. Tut er das nicht oder macht einen Fehler, wird er selber davon befallen. Übrigens können auch Frauen solche Heilerinnen/Schamaninnen sein.
Der rituelle Heilungstanz ist überdies eine wichtige soziale Zusammenkunft der Gemeinde und eine Maßnahme zur Vermeidung von Konflikten.

Eine Sendung von Andreas Maurer.
Redaktion: Christoph Leprich

Service

ao.Univ.-Prof. Mag. DDr. Werner Zips
Dr. Manuela Zips-Mairitsch

Buch-Tipps:

Werner Zips/Manuela Zips-Mairitsch, "Bewildering Borders. The Economy of Conservation in Africa", LIT Verlag 2019

Manuela Zips-Mairitsch, Verlorenes Land? Indigene (Land)Rechte der San in Botswana, Reimer Verlag 2009

Bardford Keeney, "Ropes to God. Experiencing the Bushman Spiritual Universe", Ringing Rocks Press 2003

Marjorie Shostak, "Nisa erzählt. Das Leben einer Nomadenfrau in Afrika", Rowohlt Verlag 2001

Mathais Guenther, "Tricksters and Trancers. Bushman Religion and Society", Indiana University Press 1999

M. X. Mai: Tränen der Kalahari, bookhouse 2019

Sendereihe