Peter Turrini

ORF/URSULA HUMMEL-BERGER

Autobiografische Prosa und Lyrik von Peter Turrini

"C'est la vie. Ein Lebens-Lauf". Von Peter Turrini (75. Geburtstag am 26.9.).

Mit Sandra Cervik, Herbert Föttinger und Peter Turrini. Schnitt: Christoph Kodydek. Ton: Martin Leitner und Friedrich Trondl. Musik: Wolfgang Puschnig. Regie: Philip Scheiner (ORF 2014)

"Als Kind hatte ich eine schwere Krankheit, eine lebensgefährliche Krankheit, eine Vergiftung. Ich hatte vergiftete Milch zu trinken bekommen. Das geschah in den letzten Kriegsmonaten häufig, viele Kinder starben daran. Ich kam ins Spital und magerte immer mehr ab, sie legten mich schon in die Totenkammer. Sechs Wochen lang konnten mich meine Eltern nicht besuchen, sie waren ausgebombt und versuchten ein Quartier zu finden. Als mich meine Mutter wieder besuchte, war ich dick und fett und lachte sie an. Ich habe immer das Gefühl, dass ich damals gestorben bin und mich seitdem lächelnd erfinde".

In einer Collage aus Prosa und Lyrik spannt Peter Turrini einen Bogen von der frühesten Kindheit in die Gegenwart eines "alternden Dichters", der nach hunderten öffentlichen Auftritten immer noch unsicher ist - "es ist wie in meiner Kindheit, das Schweigen, die Bedrohung, die Gefahr sind immer da". Und: "Die Kindheit ist ein schreckliches Reich. Die Hände, die dich streicheln, schlagen dich. Der Mund, der dich tröstet, brüllt dich an. Die Arme, die dich hochheben, erdrücken dich. Die Ohren, die dir zuhören, verstehen alles falsch".

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